Wussten Sie schon?
Donnerstag, 29. März 2007 | 00:01
Dass der jüngst verstorbene ehemalige Chef der Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) Paul Wieandt (Foto) einen engen Bezug zu Frankreich hatte? Er habe dafür gesorgt, dass die angeschlagene Bank Anfang der 90er Jahre einen französischen Großaktionär bekommen habe, schrieb die Nachfolgefirma SEB Bank in ihrer Traueranzeige im Handelsblatt.
Dies war damals der staatliche Crédit Lyonnais (CL). Wieandt berichtete später einmal dem Autor dieser Zeilen über die Schwierigkeiten der deutsch-französischen Zusammenabeit: Der CL habe ihn einmal zu einer Vorstandssitzung nach Paris eingeladen. Wieandt habe gezweifelt, ob er kommen sollte, denn sein Französisch sei nicht so stark gewesen. Doch man habe ihm zugesichert, die Sitzung finde dann eben auf Englisch statt.
Aber natürlich wurde dann tatsächlich nur Französisch in Paris gesprochen. Wieandt griff schließlich mitten in der Sitzung zu einer deutschen Tageszeitung und begann demonstrativ “Die Welt” zu lesen. Empört wurde er gefragt, was das solle. “Ich verstehe nicht genug Französisch und niemand spricht hier Englisch. Also versuche ich, meinen Tag hier noch sinnvoll zu verbringen”, sei seine Antwort gewesen.
Die Börsenzeitung schrieb, die Chemie zwischen Wieandt und der Führung des Crédit Lyonnais habe plötzlich nicht mehr gestimmt, nachdem lange Zeit Harmonie geherrscht habe. 1997 ließ sich Wieandt mit 61 vorzeitig pensionieren; drei Monate später äußerte der mittlerweile in argen Schwierigkeiten befindliche CL seine Verkaufsabsicht der BfG. Sie ging an die Schweden der SEB.
Die Börsenzeitung schrieb gleichwohl weiter, der Pfälzer Wieandt sei frankophil gewesen, habe zu Anfang seiner Karriere als Anwalt in Paris gearbeitet und seine Doktorarbeit 1968 über “Bewegliche Sachen als Objekte der Kreditsicherung im französischen Recht” geschrieben.
Liebe Leser,
Innenminister Nicolas Sarkozy (Foto) hat eine neuerliche Umfrage gewonnen. Der Konservative würde den zweiten Wahlgang am 6. Mai mit 53:47 Prozent gegen die Sozialistin Ségolène Royal gewinnen, hat das Institut Ipsos/Dell für SFR und das Magazin Le Point herausgefunden. 15 Prozent der Befragten waren sich allerdings noch unschlüssig, wen sie wählen würden.
Den ersten Wahlgang am 22. April würde demnach Sarkozy mit 30 Prozent vor Royal (Foto) mit 25,5 Prozent gewinnen.
Falls Bayrou (Foto) aber an Royal vorbeiziehen würde, könnte er den zweiten Wahlgang mit 53:47 gegen Sarkozy gewinnen.
Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr hat 2006 in Frankreich viel Geld verdient. “In unseren beiden wichtigsten Märkten, Deutschland und Frankreich, haben wir zweistellige Renditen erwirtschaftet”, sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Kundrun (Foto) in einem Interview der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Rede zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge die belgische Zeitung La Libre Belgique zitiert, die damals über die Verhandlungen zu den Römischen Verträgen schrieb: “Die Deutschen sind alle wichtige Doktoren und gut organisiert; die Franzosen sind wohlerzogen, lieben Pläne und Theorien. Die Italiener tragen wunderbare Krawatten und Strümpfe, und bei ihnen explodieren selbst Statistiken zu Feuerwerken.”
Der französische Nachrichtensender France 24 (Foto) will ab dem 2. April auch ein arabisches Programm ausstrahlen. Es solle von 16.00 bis 20.00 Uhr gezeigt werden, erklärte der Fernsehsendersender in Paris. Er war am 6. Dezember als Konkurrenz zu CNN an den Start gegangen und sendet bislang bisher auf Französisch und Englisch, nicht jedoch auf Deutsch.
Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jacques Delors (Foto) hält das deutsch-französische Verhältnis derzeit für schlecht. “Was zwischen Deutschland und Frankreich passiert, ist ein Trauerspiel. Seit drei Jahren häufen sich in der Industrie egoistische Gesten ohne Rücksicht auf den Partner. Das kann so nicht weitergehen“, sagte er dem Handelsblatt anlässlich des 50. Jahrestages der Römischen Verträge.
Die Schmiergeldaffäre bei Total hat die Tageszeitung Liberation beschäftigt. Die Zeit, in der es hieß, “was gut für Total ist, ist gut für Frankreich” und in der manche Schmiergeldaffären für unabdingbar und verzeihlich gehalten wurden, sei mit dem Verbot durch die OECD vorbei, schrieb die Zeitung laut deutscher Botschaft.
Zu seinem letzten europäischen Gipfel kommt Staatspräsident Jacques Chirac am Sonnabend nach Berlin. Zusammen mit den anderen 26 Staats- und Regierungschefs feiert er den 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge.