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Übersicht für März 2007

François-Poncet sieht Deutschland und Frankreich in der Pflicht

Samstag, 24. März 2007 | 15:38

francois_poncet_jean.jpgDer frühere französische Außenminister Jean Francois-Ponçet (Foto) hat sich dafür ausgesprochen, das “Nein” seines Volkes gegen die EU-Verfassung zu überwinden. Erst nach den französischen Wahlen im April/Mai würden Berlin und Paris mit der Aufgabe beginnen, sagte er in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung anlässlich des 50. Jahrestages der Römischen Verträge.
“Der nächste französische Präsident muss eng mit Frau Merkel zusammenarbeiten“, sagte der französische Senator weiter. “Was nicht heißen soll, dass unsere Länder es allein schaffen können. Die Briten und die Polen müssen überzeugt werden, und Frau Merkel, die ihre Aufgabe bisher sehr gut gemeistert hat, hat wohl in Wahrschau schon Erfolge erzielt.”

François-Poncet ist Präsident der Freundschaftsgruppe Frankreich-Deutschland im Senat.

Bayrou will Olympia-Boykott in Peking 2008

Donnerstag, 22. März 2007 | 17:38

bayrou2.jpgDer liberale Präsidentschaftskandidat François Bayrou (Foto) hat einen Olympia-Boykott für Peking 2008 verlangt. “Frankreich würde sich ehren, wenn es nicht teilnehmen würde an den Spielen von Peking”, sagte er unter Bezug auf die chinesische Weigerung, UNO-Sanktionen gegen die sudanesische Regierung zu verhängen wegen der Lage in der Provinz Darfur.

Auch die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal erklärte, die Zeit sei gekommen, um Druck auf die sudanesische Regierung auszuüben. Der Kandidat Nicolas Sarkozy und Präsident Jacques Chirac halten ebenfalls Sanktionen gegen den Sudan für richtig.

“Wer einen Boykott verlangt, ist nicht informiert über die chinesische Position zu Darfur”, erklärte dagegen der Außenamtssprecher Liu Jinchao.

Der Präsident des Olympischen Komitees von Frankreich , Henri Sérandour, sprach sich gegen einen Boykott aus. “Ich glaube nicht, dass dies die Lage in Darfur beeinflussen würde”, erklärte er.

Sportminister Jean-François Lamour (UMP) warnte davor, die Sportler als “Geiseln” zu nehmen. Der Boykott der Spiele 1980 in Moskau wegen der Invasion Afghanistans sei “sinnlos” gewesen”.

Chirac kündigt Sarkozys Rücktritt für Montag an

Donnerstag, 22. März 2007 | 17:22

chirac_adieu.jpgPräsident Jacques Chirac hat angekündigt, dass Innenminister Nicolas Sarkozy sein Amt am kommenden Montag aufgibt. “Er will dies tun, um sich voll auf die Wahlkampagne zu konzentrieren. Ich habe das akzeptiert”, sagte Chirac.

Gleichzeitig erklärte Chirac, er unterstütze “natürlich” Sarkozy im Kampf um das Präsidentenamt, denn der Innenminister sei von ihrer gemeinsamen Partei UMP nominiert worden.

Damit hat Sarkozy auch den scheidenden Präsidenten auf seiner Seite, zumindest offiziell, auch wenn in Frankreich viele Leute daran zweifeln, dass dies stimmt. Der Grüne Daniel Cohn-Bendit spottete, Chiracs Erklärung ähnele dem Film “Die Marx Brothers in der Oper”.
Mittlerweile haben sich aber auch Chiracs Gefolgsleute, Premier Dominique de Villepin und sein Amtsvorvorgänger Alain Juppé, hinter Sarkozy gestellt.

Schmiedergeldaffäre bei Total

Donnerstag, 22. März 2007 | 17:08

total.gifBei dem französischen Ölkonzern Total ist eine Schmiedergeldaffäre ausgebrochen. Sein Chef Christophe de Margerie wurde festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, das Geld ausgegeben zu haben, um einen wichtigen Gas-Vertrag mit dem Iran zu bekommen.

Die Wirtschaftszeitung Les Echos berichtet laut deutscher Botschaft Paris, Total habe sich in der Vergangenheit häufig den Ermittlungen der Richters entgegengestellt.

Die Zeitung kommentierte aber die Affäre so: “Wenn Frankreich will, dass sein industrieller ,Champion’ in Afrikas oder dem Nahen Osten vertreten ist, so muss es akzeptieren, vor manchen Praktiken die Augen zu schließen.”

Zu Total gehört die Raffinerie Leuna in Deutschland, bei deren Bau auch Korruption im Spiel gewesen sein soll.

Michel Meyer erhält Journalistenpreis

Mittwoch, 21. März 2007 | 03:23

radio_france.jpgmichelmeyer.jpgDer französische Journalist Michel Meyer (Foto) erhält den Ehrenpreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises 2007. Das teilte der Saarländische Rundfunk mit. Seit Beginn seiner Karriere stünden für den Elsässer die deutsch-französischen Beziehungen im Zentrum seiner journalistischen Arbeit. Im vergangenen Jahr hatte Ulrich Wickert den Preis erhalten.

Der Hörfunk- und Fernsehjournalist Meyer berichtete unter anderem zehn Jahre lang als Deutschland-Korrespondent für das französische Fernsehen aus Bonn. Meyer gründete 1987 auch den Nachrichten-Sender „France Info“. Er ist zudem Autor zahlreicher Publikationen über Deutschland und das deutsch-französische Verhältnis, die zum Teil auch in Deutschland erschienen sind.

Seit Juli 2000 leitet Michel Meyer den aus 42 lokalen Radiostationen bestehenden Senderverbund „France Bleu“.

Der Preis wird am 27. Juni auf Einladung von Radio France in Paris verliehen. Dann werden auch weitere Preise in den Kategorien Hörfunk, Fernsehen, Druck und Internetz vergeben.

Verfassungsrat begrenzt Kandidatenzahl auf 12

Dienstag, 20. März 2007 | 12:33

Der französische Verfassungsrat hat die Zahl der Kandidaten für die Präsidentschaftswahl auf 12 begrenzt. Nur sie hätten die notwendige Zahl von 500 Unterschriften von “Paten” erhalten, erklärte sein Präsident, der Gaullist Jean-Louis Debré. Mögliche “Paten” sind im französischen Wahlsytem die 42 000 Bürgermeister und Parlamentarier.
Neben den vier umfragestärksten Kandidaten Nicolas Sarkozy, Ségolène Royal, François Bayrou und Jean-Marie Le Pen dürfen auch antreten die frühere Ministerin Dominique Voynet von den Grünen, die frühere Ministerin und KP-Politikerin Marie-George Buffet , die Trotzkistin Arlette Laguiller von Lutte Ouvrière, die sich zum sechsten Mal bewirbt, der rechtsgerichtete Politiker Philippe de Villiers vom Mouvement pour la France, der Trotzkist Olivier Besancenot von der Ligue Communiste Révolutionaire,
der Linke Gérard Schivardi, der von der Parti des Travailleurs unterstützt wird, Frédéric Nihous von der Jäger- und Anglerpartei Chasse, Pêche, Nature et Traditions sowie der Schafbauer und Globalisierungskritiker José Bové. Er soll nur gut 500 Patenstimmen erhalten haben.

Der erste Wahlgang findet am Sonntag, 22. April statt. Sollte niemand die absolute Mehrheit erhalten, wovon auszugehen ist, kommt es zu einer Stichwahl zweier Kandidaten am Sonntag, 6. Mai. In den Umfragen liegt derzeit Sarkozy vor Royal, Bayrou und Le Pen.

Mehr: www.conseil-constitutionnel.fr

Wussten Sie eigentlich?

Dienstag, 20. März 2007 | 11:20

amerongen.jpgDass der Ehrenpräsident des DIHK, Otto Wolff von Amerongen (Foto), Offizier der Ehrenlegion war? Das geht hervor aus den Todesanzeigen, die für den Wegbereiter der Ostöffnung des deutschen Handels veröffentlicht wurden. Wolff stammte aus Köln.
Die Ehrenlegion ist laut französischer Botschaft in Berlin die ranghöchste Auszeichnung für militärische und zivile Verdienste. Sie wurde auf Initiative von Napoleon am 20. Mai 1802 geschaffen. Die Träger der Auszeichnung bilden einen Orden, dem der Staatspräsident als Großmeister vorsteht. Die Verleihung erfolgt im Namen und auf Vorschlag des Staatspräsidenten.

Konferenz in Paris zum EU-Beitritt der Türkei

Dienstag, 20. März 2007 | 10:25

Die Türkei und Europa - Die öffentliche Debatte in Frankreich, Deutschland und der Türkei” - so lautet der Titel einer ganztägigen Konferenz am 26. März, die das Cerfa (Studienkomitee für die deutsch-französischen Beziehungen)  im Französischen Institut für Internationale Beziehungen (Ifri) veranstaltet. Mit Simultanübersetzung ins Deutsche, Türkische und Französische.
Dabei soll es gehen um Wanderungen, Islam und Modernisierung, Die Türkei aus deutscher und französischer Sicht - die EU aus türkischer Sicht sowie um Zweifel, Befürchtungen und Hoffnungen.

Mitveranstalter sind die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD und eine türkische Organisation namens TÜSIAD.

Anmeldungen über Fax 0033 1 40 61 60 74 oder per E-Post  über rothfuss.cerfa@ifri.org

Die Konferenz geht am 26. März von 9-17 Uhr im Ifri,
27 rue de la Procession, 75015 Paris, Metro Volontaires.

Mehr: www.ifri.org

Thüringen und die Picardie wollen Partnerschaft verstärken

Montag, 19. März 2007 | 17:25

Thüringen und die Picardie wollen ihre Partnerschaft verstärken. Das berichtete die Erfurter Staatskanzlei am Montag abend zum Abschluss einer Picardie-Reise von Ministerpräsident Dieter Althaus auf Schloss Chantilly bei Amiens.

Althaus und der Präsident des Regionalrats der Picardie, Claude Gewerc, hätten sich verständigt  auf eine Zusammenarbeit zwischen den Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Industrie bei den regenerativen Energien, insbesondere auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe und der Biomasse.

Maschinenbau- sowie Kunststoffindustrie aus Thüringen sollen mit der Wirtschaftsförderung der Picardie zusammen arbeiten. Auch biete die Thüringer Tourismusgesellschaft (TTG) der Picardie auf der Erfurter Messe an, sich bei geeigneten Expositionen am Stand der TTG mit zu präsentieren. Die Universitäten der Picardie werden Fachgespräche mit ihren thüringischen Partnern führen.

Die Region Picardie unterstützt die Bestrebungen der Académie Amiens und des Thüringer Kultusministeriums, die Zusammenarbeit im Schulbereich bei Schüleraustausch, Unterrichtsprojekten und insbesonders bei Schulpartnerschaften auszubauen.

Kauft “West” die “Gauloises”?

Montag, 19. März 2007 | 17:15

Der spanisch-französische Zigarettenkonzern Altadis hat den Annäherungversuch des britischen Konkurrenten Imperial Tobacco vorerst zurückgewiesen. Ein Kaufangebot in Höhe von 45 Euro je Aktie sei zu niedrig und entspreche nicht dem strategischen Wert des Unternehmens, teilte Altadis in einer kurzen Erklärung mit. Das berichtete am Montag das Handelsblatt.
Im Gespräch waren 45 Euro je Aktie, was Altadis insgesamt mit 11,5 Milliarden Euro bewertet hätte.

Altadis sei 1999 aus der Fusion der früheren staatlichen Tabakmonopole Frankreichs und Spaniens, Seita und Tabacalera, entstanden. Die Fusion sei damals schon als Versuch bewertet worden, sich gegen eine Übernahme zu wehren. Das Unternehmen dominiert mit Marken wie „Gauloises” und „Ducados” die Märkte in Frankreich und Spanien, hat den ehemaligen marokkanischen Monopolisten übernommen. Das Unternehmen vertreibt international kubanische Zigarren der Marken „Cohiba”, die Kanzler Gerhard Schröder rauchte und „Montecristo”. Hinter den Marken „West“ und „Davidoff“ dagegen stecke Imperial Tobacco.