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Übersicht für April 2007

Wahl bestimmt Berichterstattung in Frankreich

Montag, 30. April 2007 | 17:47

Die Aufmacher der Montagspresse werden von der Präsidentschaftswahl dominiert, jedoch mit unterschiedlichen Akzenten. Das berichtet die deutsche Botschaft in Paris.

Hier die Titel: LE MONDE: “Nicolas Sarkozy geht über zur Gegenoffensive”; LE FIGARO: “Sarkozy: ‘Ich bin der Kandidat des Volkes, nicht des Apparates’”; LIBÉRATION: “Die Zielgerade in der Mitte”; LA CROIX: “Was sie über Europa sagen”; L’HUMANITÉ: “Vom Sozialen am Urnenboden”;

Die Fernsehdebatte zwischen Ségolène Royal und François Bayrou findet folgende Titel: LE FIGARO:  “Royal und Bayrou zwischen Einigkeit und Uneinigkeit”. Das bezieht sich auf Gesprächsverlauf, der sehr hochgespannte Erwartungen - Typ Wahlbündnis - nicht erfüllen konnte, dennoch aber Royal und Bayrou vor einer großen Öffentlichkeit in freundschaftlichem Dialog gezeigt hat. Bayrou habe Royal nicht gerade eine “Blankovollmacht” erteilt.
Gaëtan de Capèle schreibt im FIGARO, “unter der Mantel der Aufklärung der Franzosen haben Royal und Bayrou ihre Zeit und Energie in eine unglaubwürdige Pseudo-Debatte investiert”.

Beide, so Alain-Gérard Slama im FIGARO, hätten das gemeinsame Ziel verfolgt, die Einsamkeit und die Intoleranz des UMP-Kandidaten zu betonen Weiter schreibt Gérard Slama, Royal und Bayrou befürworteten das Verhältniswahlrecht. Dieses übe aber gerade permanenten Druck durch Rand-Minderheiten aus oder aber das zwinge Zusammenschlüsse in der Mitte. Deshalb schütze es die Gesellschaft weniger gut vor Machtmissbrauch als die Polarisierung durch das Mehrheitswahlrecht, denn diese zwinge einen Präsidenten aus der Mitte heraus zu regieren.

LIBÉRATION druckt die komplette Diskussion zwischen Royal und Bayrou ab.

LE MONDE und LE FIGARO erwähnen erneut, Ségolène Royal habe das Problem, sie müsse ihre Partei schonen und Linke auf ihrer Seite halten, die von ihren Lockrufen an die Mitte irritiert seien. Philippe Martin (Politologe) in LIBÉRATION: Royal zeige ihre Unabhängigkeit von Ideologen ihrer Partei und beweise Pragmatismus, was unentbehrlich sein werde, falls sie die Wahl gewinne. Die Linken und Zentristen könnten einen Konsens über wirtschaftspolitische Reformen finden, der die Geburt einer französischen Sozialdemokratie beschreiben könne.

Laut LE MONDE hat Nicolas Sarkozy am letzten Freitag, 27. April, den “verletzten Mann” gespielt. Er habe sich als “Stimme des Volkes” und “der Hart-Arbeitenden” bezeichnet, der “von den Eliten geschmäht” werde; Ségolène Royal habe er “die Kandidatin der Parteien, der Kombinationen und der Medien” genannt. LE FIGARO schreibt, Sarkozy habe sich offen an UDF-Mitglieder gewandt, die “jetzt, wo Bayrou der UDF ein Ende macht, herzlich willkommen in der Präsidentschaftsmehrheit” seien.
LA CROIX und LE FIGARO berichten, von 29 UDF-Abgeordneten hätten sich bereits 20 für Sarkozy ausgesprochen. François Fillon betont im Interview mit LE FIGARO die Übereinstimmungen der wirtschaftspolitischen Konzepte zwischen UMP und UDF.

LE FIGARO: Sarkozy bezeichne die Debatte zwischen Royal und Bayrou als “Karikatur der vierten Republik“. Sarkozy bezeichne das öffentliche Treffen zwischen Royal und Bayrou als Zeichen einer “schmutzigen Vision von Politik” und betont erneut, Bayrou sei im ersten Wahlgang ausgeschieden und habe damit kein Recht, sich so intensiv in die Öffentlichkeit zu drängen. Auch die Beleidigungen, die Sarkozy von Seiten Royals ertragen müsse (”gemein”, “brutal”) brächten ihn nicht davon ab, seine Gegnerin respektvoll zu behandeln und eine öffentliche Debatte mit ihr abzuhalten. Sarkozy positioniere sich als der verletzte und dennoch aufrichtige Mann.

LE MONDE schreibt, Sarkozy habe der Linken vorgeworfen, sie sei immer noch auf dem Stand vom Mai 1968. Sie habe seitdem immer nur “Unterstützung, Egalitarismus, Gleichmacherei und die 35-Stunden-Woche” propagiert.

LES ECHOS schreibt, dass sich außerdem zwei Machtkonzepte gegenüberstünden: Sarkozy wolle ein “eigenverantwortlicher Schiedsrichter” sein, Ségolène Royal eine Präsidentin der “Nähe” und der “geteilten Macht”.

Außerdem gibt es einen Aufruf linker Intellektueller in LIBÉRATION, “für Ségolène Royal und gegen Nicolas Sarkozy” zu stimmen.

LA CROIX schreibt, bisher sei kaum über das schwache Abschneiden der Europa-Gegner bei der Wahl geredet worden. Waren die “Neinsager” von 2005 noch 55%, so seien sie bei dieser Wahl auf 20% geschrumpft. Dennoch sei es vermessen, diese Tatsache als Erfolg Europas zu bezeichnen. Es liege am nächsten Staatschef, das “Abenteuer Europa” energisch weiter zu verfolgen. Beide Finalisten seien jedoch gewillt, einige “europäische Dogmen durcheinander zu bringen”: z.B. freien Binnenhandel, Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank. LA CROIX: “Der Euro, die Verfassung und ein europäischer Mindestlohn seien vor dem zweiten Wahlgang ein Schlachtfeld zwischen Royal und Sarkozy geworden.

Professur für Romanische Philologie in Göttingen ausgeschrieben

Montag, 30. April 2007 | 16:58

An der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen ist im Seminar für Romanische Philologie eine W2–Professur für „Romanische Philologie (Literaturwissenschaft)“ ausgeschrieben. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt.

Die Stelleninhaberin/der Stelleninhaber soll vor allem die romanischen Literaturen des Mittelalters
(11.-16. Jahrhundert) in Lehre und Forschung vertreten. Darüber hinaus soll die Stelleninhaberin/
der Stelleninhaber mit der Hälfte des Lehrdeputats neuere französische Literatur lehren.

Mit der Wahrnehmung der Stelle sind die folgenden Aufgaben verbunden:
- Lehre in allen derzeitigen und künftigen Studiengängen (Lehramt an Gymnasien,
Magister Artium, Wirtschaftspädagogik, Bachelor, Master);
- Mitarbeit im Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitstudien.

Erwünscht wäre auch eine Mitarbeit im Zentrum für Theorie und Methodik der Kulturwissenschaften
und in der Abteilung für Komparatistische Studien.

Bewerbungen mit Lebenslauf, einer Darstellung des wissenschaftlichen Werdegangs einschl.
der Lehrtätigkeit und einem Schriftenverzeichnis werden bis zum 11. Mai 2007 erbeten an den

Dekan der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität
Humboldtallee 17
37 073 Göttingen.

Mehr: 

jacqueline.schubert@zvw.uni-goettingen.de

Franzosen bauen U-Bahn in Kairo

Montag, 30. April 2007 | 15:50

lagarde.jpgFrankreich und Ägypten haben Verträge unterzeichnet zum Bau der dritten U-Bahnlinie in Kairo. Die französische Außenhadnelministerin Christine Lagarde (Foto) erklärte, Frankreich habe bereits an den beiden andern Linien mitgewirkt.

Das Land gibt Ägypten einen Kredit von 280 Millionen Euro, falls  die Züge in Frankreich bestellt werden. Die Strecke soll fünf Kilometer lang werde, eine Million Menschen am Tag tranportieren und 500 Millionen Euro kosten.

Die beteiligten französischen Firmen sind Alstom, Alcatel, Vinci und Bouygues.

Grosser erklärt französische Wahlen in Berlin

Montag, 30. April 2007 | 15:28

grosser.JPGDer Pariser Politikwissenschaftler Alfred Grosser (Foto) wird am 9. Mai die französischen Wahlen dem deutschen Publikum erklären. Unter dem Titel “Medien und Wahlen. Ein deutsch-französischer Vergleich” spricht er auf Deutsch über die dann grade abgelaufene Präsidentschaftwahl an der Freien Universität Berlin. Moderation: Etienne François.

Grosser wurde 1925 in Frankfurt geboren und emigrierte 1933 mit seinen Eltern nach Frankreich. 1937 erhielt er die französische Staatsangehörigkeit.

Er ist emeritierter Professor am Institut d’Etudes Politiques in Paris sowie Präsident des CIRAC und schreibt regelmäßig Artikel für Ouest-France und La Croix. Als „Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente“ erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Eine Veranstaltung des Frankreich-Zentrums der FU in Zusammenarbeit mit dem Bureau de coopération universitaire de Berlin / Französische Botschaft und dem Centre Marc Bloch.

Ort: Rostlaube, Habelschwerdter Allee 45, 18 Uhr

Mehr:

www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/

Rückendeckung für Rückversicherer Scor

Montag, 30. April 2007 | 14:47

Im Kampf um die Übernahme des Schweizer Rückversicherers Converium erhält der französische Wettbewerber Scor Unterstützung von seinen Aktionären. Auf einer Hauptversammlung haben die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung zugestimmt, durch die die geplante Übernahme finanziert werden soll. Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, berichtet das Handelsblatt.
Mehr:
www.handelsblatt.com/

Frankreich-Zentrum an der Freien Universität Berlin eröffnet

Montag, 30. April 2007 | 14:38

frankreichzentrum.jpgIm Beisein des französischen Botschafters in Deutschland, Claude Martin, ist das Frankreich-Zentrum (Foto) der Freien Universität Berlin offiziell eröffnet worden. Es war 1998 an der Technischen Universität (TU) Berlin mit dem Senat und der Französischen Botschaft gegründet worden. Im Herbst vergangenen Jahres wurde das Zentrum an die Freie Universität verlagert.
Es ist interdisziplinär ausgerichtet durch die über die Professuren von Etienne François und Margarete Zimmermann vertretenen Kernfächer Geschichte und französische/vergleichende Literaturwissenschaft. Zu seinen Aufgaben gehört es, Forschungsvorhaben zu initiieren, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und die deutsch-französischen Wissenschaftsbeziehungen auszubauen.

Frankreich-Zentrum der FU Berlin
Rheinbabenallee 49
14 199 Berlin
030/ 838 504 66
beatrice.demarch@tu-berlin.de
Mehr:

www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/frankreichzentrum 

Chirac kommt zum Adieu nach Berlin

Montag, 30. April 2007 | 14:27

chirac.jpgStaatspräsident Jacques Chirac wird am 3. Mai zu einem  Abschiedsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin kommen. Es wird ein Gespräch und ein gemeinsames Abendessen geben.

merkel.jpgChirac habe ein ganz besonderes enges Verhältnis zu Deutschland, erklärte die Bundesregierung. Ihm lägen die deutsch-französischen Beziehungen so sehr am Herzen, dass er gern noch einmal komme. Merkel freue sich über diesen Wunsch des französischen Präsidenten.

Die Bundeskanzlerin habe die Zusammenarbeit mit Chirac überaus geschätzt, erklärte die Regierung. Merkel habe ihn als einen verlässlichen und vertrauensvollen Partner in der europäischen und internationalen Politik kennengelernt.

Gemeinsam hätten die beiden intensiv daran gearbeitet, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit weiter vertieft werde. Für das, was Jacques Chirac in seiner Zeit als französischer Präsident speziell für Europa und für das deutsch-französische Verhältnis geleistet habe, gebührten ihm Dank, Anerkennung und Respekt. Das wolle die Bundeskanzlerin ihm auch gern noch einmal persönlich zum Ausdruck bringen.

Deutsche Journalisten diskutieren über Sarko gegen Ségo

Montag, 30. April 2007 | 14:20

heine.jpgDas Heinrich-Heine-Haus Paris (Foto) veranstaltet eine Journalistendebatte zur Präsidenschaftswahl am 9. Mai um 20 Uhr.

Teilnehmer sind François Ernenwein, Chefredakteur von La Croix, Lise Joly, Generalsekretärin von France Inter, Michael Mönninger, Korrespondent, Die Zeit, Heike Schmidt,
Redaktion Europe, Radio France Internationale
Stefan Simons, Der Spiegel sowie Alberto Toscano, Korrespondent für “Panorama” aus Mailand.

Die Diskussion leitet der Deutschland-Experte Henri Ménudier, Professor an der Universität Paris 3.

Ort:

Maison Heinrich Heine
Cité Internationale Universitaire de Paris
27 C, Boulevard Jourdan
75014 Paris

Métro RER B - Cité Universitaire
Tel. 0033 1.44.16.13.00

Sarkozy 52, Royal 48

Montag, 30. April 2007 | 12:19

sarkozy31.jpgNicolas Sarkozy liegt in einer neuen Umfrage wieder vorn gegen Ségolène Royal mit 52:48 Prozent der Stimmen am 6. Mai. Das geht hervor aus einer Umfrage des Instituts TNS Sofres-Unilog, die “Le Figaro”-RTL-LCI am Montag veröffentlichten.

Immerhin 17 Prozent der Befragten gaben keine Antwort, 16 Prozent erklärten, sie seien noch nicht sicher, wen sie wählen würden.

bayrou3.jpgImmerhin 41 Prozent der Wähler von François Bayrou wollen Royal wählen, aber 32 Prozent auch Sarkozy. Die Wähler von Jean-Marie Le Pen wandern demnach zu 60 Prozent  zu Sarkozy.

Immerhin 62 Prozent sind der Meinung, dass das Fernsehduell am 2. Mai eine bedeutsame Rolle für den Wahlkampf spielen wird.

Royal: Strauss-Kahn wäre ein guter Premierminister

Montag, 30. April 2007 | 12:08

royal1.jpgDie sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal hat ihren Parteigenossen Dominique Strauss-Kahn als “sehr guten Premierminister” bezeichnet, “falls ich dies entscheiden würde”.

dsk.jpgStrauss-Kahn, der Wurzeln im Elsass hat, war Wirtschafts- und Finanzminister und im Herbst im Vorwahlkampf der Sozialisten gegen Royal unterlegen. Er gilt schon 2002 als möglicher Premierminister, falls der Kandidat Lionel Jospin gewonnen hätte.