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Übersicht für Mai 2007

Forschungsstipendien zu vergeben

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 17:30

Das sozialwissenschaftliche Marc-Bloch-Zentrum in Berlin vergibt jetzt Forschungs-Stipendien für 1-3 Monate. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2007 endet die Bewerbungsfrist am 15.Juni 2007.
Bewerbungsunterlagen mit einem Anschreiben, dem Lebenslauf und einer kurzen Vorstellung des Forschungsprojektes bitte (per Post, Datum des Poststempel) an folgende Adresse schicken:
Juliane Hübner
Centre Marc Bloch
Schiffbauerdamm 19
10 117 Berlin

Tel: 030 / 20 93 37 95

Anselm-Kiefer-Ausstellung in Paris eröffnet

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 17:14

Die große Anselm-Kiefer-Ausstellung ist am Mittwoch abend im Pariser Grand Palais eröffnet worden. Die neue französische Kulturministerin Christine Albanel war dabei. Die Ausstellung trägt den Namen “Sternenfall” (”Chute d’étoiles”).

Der deutsche Künstler betrachtet die riesige Glaskuppel des Grand Palais als das “Firmament”, das Himmelszelt für seine Ausstellung. Das berichtet die PR-Firma Goldmann in München.
Kiefer bezieht sich bewusst auf den Bruch in der Geschichte nach Auschwitz und würdigt in seinem Werk den berühmten deutschsprachigen Dichter jüdischer Herkunft Paul Celan (1932-1973), sowie die Dichterin der Leidenschaft und der Weiblichkeit Ingeborg Bachmann (1926-1973).

Mehr:
www.monumenta.com

Umfrage erwartet erneut breite Mehrheit für Sarkozy im Parlament

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 16:49

Die konservative Regierungspartei UMP kann mit einer breiten Mehrheit im französischen Parlament rechnen. Die Partei des Präsidenten soll einer Umfrage zufolge zwischen 410 und 450 der 555 Mandate im Mutterland (ohne Überseegebiete) erobern.

Das wären zwischen 74 und 81 Prozent der Sitze. Dafür reichen ihr im Mehrheitswahlrecht bloße 41 Prozent der Stimmen. Derzeit hat die Partei bereits 350 Sitze.

Im deutschen Wahlsystem würde die UMP nur 228 Sitze oder ein bisschen mehr erobern, aber keinesfalls die Mehrheit im Parlament erzielen.
Die  IFOP-Paris Match-Umfrage sieht die Sozialisten bei 27,5 Prozent und 90 bis 130 Sitzen; das wären 16 bis 23 Prozent der Sitze. Das liberale Mouvement Démocrate von François Bayrou steht bei 12 Prozent und bekäme zwischen 0 und 6 Deputierte.

Die Front National liegt bei sechs Prozent und null Sitzen, die Grünen bei vier Prozent und zwei Sitzen, die Kommunisten bei 3,5 Prozent und 6-10 Sitzen (derzeit 21).

Sarkozy trifft Bush erstmals in Heiligendamm

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 16:35

Der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy wird den US-Präsidenten George Bush erstmals in Mecklenburg treffen. Das Gespräch ist geplant am Rande des G8-Gipfels in Heiligendamm. Sarkozy hat sich als Freund Amerikas erklärt, aber auch die Bush-Regierung zu mehr Taten beim Klimaschutz aufgefordert.
Ansonsten setzte Sarkozy seine Vorstellungstour durch Europa fort. Am Donnerstag traf er den spanischen Regierungschef Jose Luis Zapatero. Die anderen französischen Politiker waren auf Wahlkampfreisen im eigenen Lande unterwegs.

Franzosen streiken mehr als Deutsche

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 16:29

Die Franzosen sind viel streikfreudiger als die Deutschen. Das geht aus neuen Zahlen hervor, über die das Handelsblatt berichtet. Danach betrug die Zahl der Streiktage in Frankreich 71,5 je 1000 Beschäftigte  im Jahr, in Deutschland nur 2,4 Tage. Dies ist ein Zehnjahresmittel bis 2005. Denn 2006 streikten die Deutschen so viel wie lange nicht mehr: 12,4 Tage je 1000 Beschäftigte.
Selber lesen:
http://www.handelsblatt.com/

Französische Presse berichtet über den Wahlkampf

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 07:00

Schwerpunkt-Themen der französischen Presse waren am Mittwoch die Wahlkampfveranstaltungen der konservativen UMP und der sozialistischen PS und die von Präsident Nicolas Sarkozy angekündigten Reformen. Das berichtet die deutsche Botschaft in Paris.

Die Aufmacher lauteten: LE FIGARO: “Reformen: Die Ordnungsrufe Sarkozys”, LIBERATION hat ein Foto von Sarkozy: “Der ständige Kandidat”, LES ECHOS: “Wohnungsbau: Steuerliche Geltendmachung der Zinsen auf alle Darlehen”, L’HUMANITE: “Überstunden - Der große Betrug”, LE PARISIEN: “Das Geschenk an die Eigentümer”. LE MONDE titelt mit der Überschrift: “EU: Sarkozy will schnell aus der institutionellen Blockade”.

LE FIGARO berichtet über die Wahlkampfveranstaltung der Parti Socialiste, deren Politiker Einigkeit nach außen demonstriert hätten. Ségolène Royal habe angekündigt, die “neue Opposition, die Frankreich braucht, zu gründen”.

Zu der Wahlkampfveranstaltung der UMP in Le Havre berichtet LE FIGARO, Sarkozy habe die Einhaltung aller seiner Wahlkampfversprechen versichert. Sarkozy: “Ich werde tun, was ich gesagt habe. Das größte Hindernis für den Wechsel ist die Versuchung des ‘Attentismus’, der schon das Scheitern mehrerer Regierungen bewirkt hat.” Sarkozy sei gestern wieder zu einem Wahlkampf-”Kandidat” geworden und habe nochmals betont, dass er ein “regierender Präsident” sein wolle.
LE FIGARO hat auch einen Bericht zur Gründung des “Nouveau Centre” durch UDF-Abgeordnete der jetzigen Nationalversammlung. Der Initiator der neuen Partei, Verteidigungsminister Morin, rechne mit 25 Abgeordneten des “Neuen Zentrums” im neu zu wählenden Parlament.

Andere Berichte gibt es zur steuerlichen Geltendmachung der Zinsen im Wohnungsbau (LES ECHOS) und zur Steuerbefreiung von Überstunden in LES ECHOS und L’HUMANITE, wobei L’HUMANITE bei der Reform der Überstundenregelungen von einem “Betrug” spricht und meint, dass die Reform nicht anwendbar für Pflegepersonal und Teilzeitkräfte sei.

Außerdem gibt es eineb doppelseitigen Bericht in LE MONDE zu den Reformmaßnahmen von Staatspräsident Sarkozy: Seine Ziele seien die Re-Dynamisierung der französischen Wirtschaft und die Vollbeschäftigung bis 2012. LE MONDE meint, das Ziel der Vollbeschäftigung sei leichter zu erreichen als die Belebung der Wirtschaft.

LE FIGARO veröffentlicht ein Interview mit  EU-Erweiterungskommissar Rehn. Rehn bezeichnet die Entscheidung Sarkozys, Ende Juni die Eröffnung weiterer Kapitel in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nicht zu blockieren, als eine “verantwortungsvolle Position”. Rehn betont die Schlüsselrolle der Türkei als “Brücke” zwischen der europäischen und islamischen Zivilisation. Er sehe in der AKP eine muslimisch-demokratische Partei, vergleichbar mit den christlich-demokratischen Parteien in Europa.

Der EU-Beitritt sei der AKP (Rehn: “eine post-islamistische Partei”) wichtig, da er der AKP Schutz vor der Dominanz des türkischen Sicherheitsapparats biete. Die der Türkei von der EU abverlangten Reformen, insbesondere die Freiheit der Meinungsäußerung, seien für die kemalistischen Parteien schwerer zu akzeptieren als für die AKP.

LE MONDE berichtet auf Seite 1, dass Sarkozy die Verfassungsblockade durch eine Änderung des Vertrags von Nizza überwinden wolle. Die Modifizierungen zu Nizza sollten erlauben, eine längere Präsidentschaft und einen Außenministerposten zu schaffen. Zusätzlich solle das Abstimmungsverfahren durch die Berücksichtigung der Bevölkerungsgröße der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten modifiziert und das Vetorecht eingeschränkt werden. 

Lesetipp: Wie Telekoms erfolgreich sein können

Donnerstag, 31. Mai 2007 | 06:00

Wie kann ein Ex-Monopolist erfolgreich sein? “Die Service-Qualität entscheidet”, findet der Chef von France Telecom, Didier Lombard, im Interview mit dem Handelsblatt. An der Deutschen Telekom habe er kein Interesse, sagt er, außer, mit ihr zusammen Filmrechte zu kaufen.

Selber lesen:
http://www.handelsblatt.com/

Lesetipp: Bankenfusionen in Frankreich

Mittwoch, 30. Mai 2007 | 17:50

Mögliche Fusionen bei den französischen Banken sind Thema eines Interviews des Handelsblattes mit dem Chef der Société Générale, Daniel Bouton.

Selber lesen:
http://www.handelsblatt.com/

Was Frankreich gegen das Doping tut

Mittwoch, 30. Mai 2007 | 17:40

sante.gifAnlässlich des neuen deutschen Gesetzes gegen das Doping ist es sinnvoll, den Blick nach Frankreich zu wenden, dem Land der Tour de France. 1998 kam es dort zu einem Doping-Skandal mit Festnahmen während der Tour. Die Fahrer traten kurzzeitig in den Streik, weil sie keine Verbrecher seien, wie sie sagten.

In der Folge verschäfte die damalige kommunistische Sportministerin Marie-George Buffet die gesetzlichen Bestimmungen. Seitdem versucht der französische Staat vorzugehen. Die Ausgaben im Kampf gegen das Doping stiegen seit 1997 von 5,64 Millionen Euro auf 22,24 Millionen Euro, wie die Botschaft in Berlin berichtet.

Das ermöglichte die Einrichtung eines nationalen Kontrollprogramms sowie die Verstärkung der Kontrollen und der Verfeinerung der Analysemethoden, die Ausweitung der Forschung über leistungsstimulierende Substanzen und deren Entdeckung, die starke Ausweitung von angemeldeten und unangemeldeten Urinproben bei Wettkämpfen, die Unterstützung der Sportverbände bei der medizinischen Betreuung von Leistungssportlern und der medizinischen Begleitung bei Wettkämpfen.

Zukletzte wurden 2006 die Bestimmungen verschärft. intensiviert. Es wurde eine neue unabhängige Verwaltungsbehörde geschaffen, die französische Agentur zum Kampf gegen Doping (Agence Française de lutte contre le Dopage, AFLD). Sie ist damit beauftragt, auf die Wirksamkeit der Dopingbekämpfung zu achten. Beratungsstellen für Sportler, die gedopt haben, wurden auch eingerichtet. (Antennes Médicales de Prévention et de Lutte contre le Dopage).

Außerdem drohen allen, die mit Dopingprodukten handeln und bei der Beschaffung behilflich sind, hohe Strafen. Sie können bis zu sieben Jahre Haftstrafe und 150.000 Euro Bußgeld betragen, falls die Taten in organisierten Gruppen und beim Umgang mit Minderjährigen begangen werden.

Andernfalls beträgt das Höchstmaß fünf Jahre Freiheitsentzug und 75.000 Euro Geldstrafe. Es können noch zusätzliche Strafen verhängt werden: das Schließen sportlicher Einrichtungen, in denen der Handel mit Dopingprodukten stattgefunden hat oder beispielsweise ein Berufsverbot für den Beschaffer.

Mehr:
http://www.botschaft-frankreich.de/

Französische Presse schreibt über die Parlamentswahlen

Mittwoch, 30. Mai 2007 | 15:14

Die französische Presse hat am Dienstag vor allem mit den bevorstehenden Parlamentswahlen am 10. und 17. Juni aufgemacht. Das berichtet die deutsche Botschaft in Paris.

Die Aufmacher lauteten: LE MONDE: “Die Parlamentswahlen und was dabei auf dem Spiel steht“, LE FIGARO: “Der Elysée im Parlamentswahlkampf“, LIBÉRATION: “Parti Socialiste: Der Ball der Ambitionierten“, LES ECHOS: “Die gute Entwicklung der Gehälter hilft der Sozialversicherung“, L’HUMANITÉ veröffentlicht ein Dokument von Peugeot unter dem Titel: “Wie PSA das Sozialdumping finanziert”.
Le Monde schreibt, dass weder Staatspräsident Nicolas Sarkozy noch Ségolène Royal Kandidaten bei den Parlamentswahlen seien, sich aber aktiv in den Wahlkampf einmischten, und zitiert Royal: “Die Parlamentswahlen seien eine wichtige Gelegenheit, um die Linke von morgen zu erneuern”. LE FIGARO zitiert Präsident Sarkozy, der ein “regierender Präsident” sein wolle.

LIBÉRATION sieht die Teilnahme der “sozialistischen Tenöre” (Royal, Strauss-Kahn, Fabius, Hollande) an der PS-Wahlkampfveranstaltung am Dientag abend in Paris als Versuch, Einigkeit zu demonstrieren. Die Führungspersönlichkeiten schwiegen aber weiter über ihre Ambitionen. Nur Royal habe ihren Anspruch deutlich gemacht, 2012 wieder PS-Präsidentschaftskandidatin zu sein.

LE FIGARO berichtet über den Prodi-Besuch in Paris am Montag. Sarkozy wird mit den Worten zitiert, dass Frankreich und Italien sich bei dem Inhalt eines neuen vereinfachten EU-Vertrags “sehr nahe” seien. Prodi seinerseits habe seine Übereinstimmung mit Sarkozy in der Frage erklärt, welche Teile des Verfassungsvertrags-Entwurfs in den neuen Vertrag übernommen werden sollten, insbesondere die dauerhafte EU-Präsidentschaft, der EU-Außenminister und die Ausweitung der qualifizierten Mehrheitsabstimmung.

In einem Sonderteil “Wirtschaft” der LE MONDE vom 29.05. ein Dossier zur von Sarkozy vorgeschlagenen stärkeren Kooperation zwischen Europa und den Maghreb-Staaten. Gleichzeitig der Hinweis darauf, dass aufstrebende Staaten wie China, Vereinigte Arabische Emirate und Indien die höchsten Direktinvestitionen nach Nordafrika tätigen würden. Sarkozy-Projekt bestehe darin, eine “5 + 5-Kooperation” (Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Portugal; Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen, Ägypten) einzurichten.
LE FIGARO berichtet, dass Sarkozy am 26.06. die Eröffnung dreier weiterer Kapitel in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nicht blockieren werde, aber die Frage nach den Grenzen Europas beim Europarat im Dezember 2007 am Ende der portugiesischen Präsidentschaft stellen werde. Ein Vertrauter Sarkozys wird zitiert: “Man kann die Frage der Grenzen und die Frage des neuen Vertrags nicht vermischen. Deshalb werden wir die beiden Fragen trennen.”