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Übersicht für Juni 2007

Peugeot Citroen beginnt neue Gemeinschaftsfirma in China

Freitag, 29. Juni 2007 | 16:52

Peugeot Citroën will mit dem chinesischen Automobilhersteller Hafei ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Am Freitag wurde daher ein Memorandum of Understanding über die Durchführbarkeitsstudie eines Joint Venture unterschrieben. Das berichtet Peugeot aus Saarbrücken. VW ist bereits einer der größten Hersteller in China.
Beide Partner soll 50 Prozent halten. Das Projekt betreffe Pkw (weniger als 10 Plätze) für den chinesischen Markt, die im Hafei-Werk in Schenzhen (China) gebaut werden sollen.

Peugeot Citroën ist in China bereits über DPCA vertreten (Dongfeng Peugeot Citroën Automobiles), ein industrielles und kommerzielles Gemeinschaftsunternehmen, das die Gruppe zusammen mit Dongfeng Motor zu je 50 Prozent hält. DPCA setzte 2006 rund 200.000 Fahrzeuge ab. In den ersten fünf Monaten 2007 waren es 87.100.

Fillon bewundert Merkel

Freitag, 29. Juni 2007 | 16:47

Der neue französische Premier Francois Fillon hat sich bewundernd über Kanzlerin Angela Merkel geäußert. Bei seinem ersten Besuch in Berlin erklärte er der französischen Botschaft zufolge:

“Ich bin zu meinem ersten Besuch als Regierungschef nach Berlin gekommen, um Angela Merkel meine Bewunderung mitzuteilen.

Bewunderung für den Erfolg der deutschen Wirtschaftspolitik. Ich war vor einigen Jahren Minister für Arbeit und Soziales; damals befand sich Deutschland in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht in großen Schwierigkeiten und mir ist die Bedeutung des erreichten Aufschwungs bewusst.

Ich bin ferner gekommen, um Angela Merkel meine Bewunderung für die politische Leistung mitzuteilen, die das Führen der Koalition bedeutet.

Schließlich und vor allem bin ich gekommen, um ihr meine Bewunderung für die deutsche Ratspräsidentschaft mitzuteilen. Ich denke, es wird in die Geschichte eingehen, dass Angela Merkel an der Spitze des Europäischen Rates die institutionelle Krise in Europa beendet hat. Das war sehr wichtig für Europa und auch für Frankreich. Denn Frankreich konnte bei dieser Gelegenheit die Franzosen, die sich gegen den Verfassungsvertrag ausgesprochen hatten, mit denen versöhnen, die für den Vertrag waren.

Dies ist heute, dank der Auflösung der Blockade, die Gelegenheit für Deutschland und für Frankreich, beim europäischen Aufbauwerk wieder vorwärtszukommen und vor allem, sich wieder für die grundlegenden Themen zu interessieren, die das französische Volk, das deutsche Volk und die anderen Völker Europas eher begeistern als die institutionellen Themen - das heißt die Zukunft der europäischen Energiepolitik, die Haltung Europas zu seinen Grenzen, die Zukunft der großen europäischen Kooperationspolitik, die Landwirtschaftspolitik und die Forschungspolitik.

Und natürlich haben wir im Laufe des Mittagessens unsere Ansichten zu den Reformen ausgetauscht, die in Deutschland und in Frankreich zur Zeit laufen - vielleicht in Frankreich ein bisschen mehr als in Deutschland, denn die Reformen, die zur Zeit in Deutschland laufen, kennen wir. Sie wurden schon vor mehreren Monaten begonnen. Wir stehen vor sehr großen Reformen: der Aufwertung der Arbeit, der Reform des französischen Arbeitsmarktes, der Reform der Sozialleistungen, der Reform der Universitäten. All diese Themen betreffen natürlich Deutschland genauso wie Frankreich, denn die Entwicklung unserer Wirtschaft hängt vom Wachstum in Europa ab.

Wir haben auch über EADS, Galileo und alle Themen gesprochen, die im Grunde im Zentrum des deutsch-französischen Paares und der deutsch-französischen Zusammenarbeit stehen. Ich hoffe, wie die Bundeskanzlerin auch, dass die deutsch-französischen Ministerräte nicht mehr nur formelle Treffen sind, die uns zwar ermöglichen, uns besser kennenzulernen, sondern Orte des Austauschs über Themen, die das französische und das deutsche Volk aktuell beschäftigen. In diesem Sinne werden wir den nächsten Ministerrat vorbereiten, der im November stattfindet.”

Lesetipp: Gemeinsamkeiten und Grenzen der Wirtschaftspolitik

Freitag, 29. Juni 2007 | 16:27

Neue Gemeinsamkeiten und Grenzen der Wirtschaftspolitik in Deutschland und Frankreich nach den Wahlen beleuchtet das Handelsblatt.

Selber lesen: 
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Lesetipp: Umstrukturierung bei EADS zu erwarten

Freitag, 29. Juni 2007 | 16:23

Die deutsch-französischen Doppelspitzen bei EADS weden möglicherwies abgeschafft. Danach könnte zukünftig ein Land den Vorstandschef und ein Land den Aufsichtsratschef stellen. Das berichtet das Handelsblatt.

Selber lesen:  
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Französische Presse berichtet über Fillons Besuch in Berlin

Freitag, 29. Juni 2007 | 16:12

Die französische Presse hat am Freitag über über den Besuch von Premier Francois Fillons in Berlin vom Vortag berichtet. Allgemeiner Tenor ist laut deutscher Botschaft, dass der Premierminister stets im Schatten des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy stehe. Er selber habe sich dahingehend geäußert, dass die Bundeskanzlerin sich niemals unterschiedlichen Ansichten Fillons und Sarkozys gegenübersehen werde (LES ECHOS, LE FIGARO).

Fillon versuche seine Übereinstimmung mit dem Präsidenten weiter insoweit positiv darzustellen, als er hinzugefügt habe, dass die zuvor geübte Praxis von Premierminister und Staatspräsident nicht mit dem Sinn und Zweck dieser Institutionen vereinbar gewesen sei (LE FIGARO). LIBÉRATION kündigt einen deutsch-französischen Ministerrat für November 2007 an.

LE MONDE zieht ein positives Fazit des EU-Gipfels. Zum ersten Mal nehme Europa eine gewisse Gestalt an. Hierzu hätten hauptsächlich die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich einerseits sowie Spanien und Luxemburg andererseits beigetragen. Das französisch-deutsche Tandem habe dabei im Mittelpunkt des Manövers gestanden. Vorschau auf die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft Portugals in LE MONDE und LES ECHOS. Beide Blätter konzentrieren sich auf das erwartete Bemühen Portugals um die Aufnahme der Türkei in die EU. LE MONDE sieht darin einen ersten Streitpunkt zwischen Frankreich und Portugal.

LE FIGARO titelt: “Neues Psychodrama um EADS“. Das Blatt greift die gestern von der Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußerte Ablehnung einer staatlichen Beteiligung an dem deutsch-französischen Unternehmen auf. Jedoch seien sich beide darüber einig, dass es bei dem bevorstehenden Treffen in Toulouse (16.7.2007) nicht um die finanzielle Strukturierung, sondern allein um die Organisation des Managements gehen werde. Ferner könne man daran zweifeln, ob Staatspräsident Sarkozy es akzeptieren werde, dass die Umstrukturierung der Konzernspitze von allen Beteiligten, d.h. Daimler-Benz, Lagardère und dem französischen Staat gebilligt werden müsse. Schließlich weist das Blatt darauf hin, dass Lagardère möglicherweise doch sein Ausscheiden aus dem Konzern vorbereitet.

LE FIGARO machte auf mit: “Die Arbeitslosenzahlen sinken unter die 2 Millionen-Grenze”; LE MONDE: “Universitäten: Pécresse rettet ihre Reformen zur Autonomie”. LES ECHOS: “Anpfiff für die Öffnung des französischen Energiemarktes”; hierauf bezieht sich auch der Aufmacher von LA CROIX: “Gas und Elektrizität, “freie Tarifwahl. LIBÉRATION stellt ein Ungleichgewicht zwischen Armut und Reichtum in den Mittelpunkt seiner Schlagzeilen und titelt: “Zur Beglückung der Reichen”. L’HUMANITÉ: “Die Solidarität geht zurück” und stellt damit die These auf, dass die Jugendlichen sowie die Arbeiter von der Regierung vergessen würden.

LE FIGARO berichtet über die Arbeitslosenzahl (weniger als zwei Millionen erstmals seit 1983) und zieht dabei einen Vergleich zu Deutschland (“Auf beiden Seiten des Rheins sinkt die Arbeitslosenzahl stark”). Problematisch seien in Frankreich indes noch die Beschäftigungsmöglichkeiten für Schulabgänger und Senioren. Deutschland habe sich diesen Problemen bereits früher angenommen und im Bereich der Beschäftigungschancen älterer Bürger Fortschritte gemacht.
LES ECHOS berichten, dass die geplanten Steuerreformen vom 10. bis 12. Juli 2007 in der Assemblée Nationale beraten werden. Dementsprechend sei mit dem Inkrafttreten der Steuersenkung in Bezug auf die Bezahlung von Überstunden ab Oktober 2007 zu rechnen.
LES ECHOS: Darcos habe gestern bestätigt, dass bis 2008 10.000 Stellen im Bildungswesen gestrichen werden sollen.

Liberaler Bourlanges sieht deutsch-französische Renaissance

Freitag, 29. Juni 2007 | 10:08

Der französische Europa-Abgeordnete Jean-Louis Bourlanges hat Nicolas Sarkozy gelobt für seine Arbeit beim EU-Gipfel. “Fehlerlos” habe sich der neue Präsident angesichts des “polnischen Deliriums” verhalten, sagte der Liberale am Donnerstag abend im Deutsch-französischen Wirtschaftsclub Cefa in Paris. Er fügte unter Bezug auf die EU-Präsidentschaft Angela Merkels hinzu: “Das deutsch-französische Paar ist wieder da.
Das einzige negative Signal sei, dass der Bezug zum Wettbewerb auf französischen Wunsch aus dem Dokument entfernt worden sei. Die Tatsache, dass der neue Abstimmungsmodus der EU erst in vielen Jahren gelte, störe ihn nicht. Die Methode, den Moment der Entscheidung und das Inkrafttreten zu trennen, sei typisch für die EU. Das sei schon beim Euro so gewesen. Es bedeute, dass Europa immer in der Erwartung lebe.

Die Einigung sei dem Grunde nach ein voller Erfolg, auch wenn viele europäische Symbole nicht aufgegriffen würden und Großbritannien eine völlige Ausnahmeregelung erhalten habe. Aber zumindest stehe das Vereinigte Königreich den anderen nicht im Weg.

Lesetipp: Was Sarkozy bei EADS ändern will

Freitag, 29. Juni 2007 | 06:00

Das Handelsblatt beschäftigt sich mit den Vorstellungen von Staatspräsident Nicolas Sarkozy beim Kapital des deutsch-französischen Konzerns EADS.

Selber lesen:
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Journalistenpreis verliehen II.

Donnerstag, 28. Juni 2007 | 17:58

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Die beste Hörfunk-Reportage lieferte die Französin Hélène Kohl (Foto: 2.v.l.) mit einem Stück bei Europe 1 über das Wunder von Bern anlässlich der Fußball WM 2006. Den Nachwuchspreis des Deutsch-französischen Jugendwerks erhielt die Saarländerin Anne Funk (4.v.l) für einen Text über Bahn-Fahrgäste auf der Strecke Saarbrücken- Paris. Der Fernsehpreis ging an ein Team von France 2 (Karine Comazzi, Arnaud Miguet, Bernard Lebrun, Jérôme Bony), das, ebenfalls anlässlich der WM 2006, eine Collage erzählt hatte über “Deutschland, der große Wandel?” und Menschen vorstellte, die so gar nicht dem französischen Klischee entsprechen. (Foto 3. v.l.: Jérôme Bony).

Foto: Anne-Isabelle Vignaud

Französische Presse ignoriert Merkels EU-Bilanz weitgehend

Donnerstag, 28. Juni 2007 | 16:00

Die französische Presse hat am heutigen Mittwoch unterschiedliche Aufmacher. Das berichtet die deutsche Botschaft in Paris. LIBÉRATION titelt: “Sarkozy und die Medien - der Aufstand”; LE MONDE: “Die Sozialisten organisieren sich, um ihre Oppositionsrolle zu spielen”. LE FIGARO: “Die iranische Regierung und die Straßenschlachten”. L’HUMANITÉ macht mit der Politik gegenüber illegalen Ausländern auf. LA CROIX fragt: “Wie erreicht man Vollbeschäftigung?”.

Nur LES ECHOS und LE FIGARO greifen die gestern von Bundeskanzlerin Angela Merkel  vorgestellte Bilanz der EU-Ratspräsidentschaft im europäischen Parlament auf und bewerten sie positiv (LES ECHOS: “schöner Erfolg”, LE FIGARO: “fehlerfreie Rede”). Sie habe sich bescheiden gezeigt und die Vorteile des am vergangenen Freitag beschlossenen Kompromisses nüchtern zusammengefasst, ohne das Verhalten Polens und Großbritanniens negativ hervorzuheben (LE FIGARO). Jedoch habe sie Wert auf die Feststellung gelegt, dass dieses Ergebnis nicht zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten führen werde (LE FIGARO).

LE FIGARO berichtet, der polnische Premierminister habe - “rückfällig werdend” - das “Deutschland Frau Merkels mit dem Adolf Hitlers” verglichen. Dieses Verhalten sei angesichts der Tatsache, dass Deutschland sich in der Vergangenheit für die Aufnahme Polens in die EU eingesetzt habe, und mit Blick auf die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschland-Polen nicht nachvollziehbar. Die Tatsache, dass die EU auch die Antwort auf eine tragische Geschichte repräsentiert, habe die polnische Führung wahrscheinlich nicht verstanden, so das Blatt.

In Le Monde kritisiert der frühere Premier Laurent Fabius (Sozialisten) die “Allmacht” von Präsident Nicolas Sarkozys. Er sei nicht nur Präsident und Premierminister in einem, sondern - “sagen wir es doch einmal ganz offen” - auch sonst “Minister für alles”. Fabius fährt fort mit den “Wahlkampfschwächen” Ségolène Royals: ihrem angeblich unzureichenden Charisma sowie mangelnder Glaubwürdigkeit und Kollegialität.

Vorschau auf den Besuch Fillons in Berlin in LES ECHOS. Er dürfe nicht davon ausgehen, dass die Bundeskanzlerin ausschließlich die gut funktionierenden und bequemen bilateralen Themen ansprechen werde, sondern sie wolle mit Sicherheit wissen, welche Intentionen Paris in Bezug auf EADS, den Beitritt der Türkei zur EU (Hinweis darauf, dass CDU und CSU diesen ebenfalls ablehnt) und die gemeinschaftliche Agrarpolitik verfolgt. LIBÉRATION und LE FIGARO fragen sich, welche Rolle der Premierminister neben Sarkozy noch spiele. Er sei gehalten, seinen Aufgabenbereich deutlicher abzustecken.

Großer Artikel in LIBÉRATION über das Bangen der französischen Medien um ihre Unabhängigkeit. Nach gerade mal zwei Monaten Sarkozy gingen die Grenzen zwischen Medien einerseits und Politik andererseits fließend ineinander über. Auch im Editorial wird darauf hingewiesen, dass die französische Medienlandschaft in ihrer Vielfalt aufgrund der engen Beziehungen des Staatspräsidenten mit der Führungsebene der Medien bedroht sei. Um das demokratische Grundelement Presse aufrecht zu erhalten, bleibe daher nur der “Kampf der Journalisten um den Journalismus”.

La CROIX berichtet über eine Studie der OECD, die Frankreich wegen immer wieder und auch jüngst gescheiterten Versuchen der Dezentralisierung kritisiert. Schließlich immer noch Thema: Die Universitätsreform (u.a. Interview mit der Ministerin Pécresse in LIBÉRATION).

LE MONDE berichtet wegen der Abläufe im französischen Parlament über die Vorgehensweise bei der Besetzung von Ausschuss-Vorsitzen im Deutschen Bundestag im Vergleich zum Verfahren in der Assemblée Nationale und merkt positiv an, dass auf die deutsche Art und Weise auch Oppositionsparteien ohne großes Aufhebens (anders als im Falle der Besetzung des Finanzausschuss-Vorsitzes der Assemblée Nationale durch einen Sozialisten) zum Zuge kommen könnten.

Journalistenpreise verliehen I.

Donnerstag, 28. Juni 2007 | 15:50

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Die deutsch-französischen Journalistenpreise sind am Mittwoch abend in Paris verliehen worden. Ihre Web-Publikation Frankreich-heute.de erhielt bei der Zeremonie im Sendestudio 106 von Radio France den Internet-Preis.
fotos27607-067.jpgModeriert wurde die Veranstaltung von Nathalie Licard aus der Harald-Schmidt-Show (Foto mit Harald Schultz: Anne-Isabelle Vignaud).

fotos27607-087.jpgDer Preis für den besten Text ging an Michael Kläsgen (Foto rechts) von der Süddeutschen Zeitung für eine Geschichte über die vielen Obdachlosen in Frankreich; für sein Lebenswerk geehrt wurde der französische Fernseh- und Rundfunkjournalist Michel Meyer (Foto links beim Empfang in der deutschen Botschaft).