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Übersicht für Juni 2007

Fernsehtipp: Wie Alfred Döblins Sohn Wolfgang Franzose wurde

Donnerstag, 28. Juni 2007 | 11:02

Der Rundfunk Berlin Brandenburg zeigt in seinem regionalen Fernsehprogramm am heutigen Donnerstag einen Arte-Film, wie Wolfgang, der Sohn von Alfred Döblin (”Berlin Alexanderplatz”), nach der Flucht vor den Nazis zum Franzosen Vincent Doblin und zum brillanten Mathematiker wurde. Und warum er als französischer Soldat bei der Niederlage 1940 Selbstmord in den Vogesen beging.

doeblinfrankreich.gifAlfred Döblin und seine Frau liegen heute neben Vincent begraben in dem Dorf Housseras in Ostfrankreich (Foto).
Die Autoren sind Jürgen Ellinghaus und Hubert Ferry 

Zeit: Leider erst um 23.45 Uhr
Ort: Fernseher mit RBB-Programm, in vielen Kabelnetzen und auf Satellit auch
außerhalb von Berlin und Brandenburg

Mehr:
http://www.rbb-online.de/

http://www.alfred-doeblin.de/ 

http://www.arte.tv/de/

Journalistenpreis wird vergeben

Mittwoch, 27. Juni 2007 | 12:56

In Paris werden am heutigen Mittwoch die Deutsch-französischen Journalistenpreise vergeben. Zu den Preisträgern gehört unter anderen auch Frankreich-heute.de. Mehr dazu morgen hier.

Mehr:
http://www.frankreich-heute.de/?p=631

Bourlanges im Deutsch-französischen Wirtschaftsclub CEFA

Mittwoch, 27. Juni 2007 | 12:44

Der liberale Europa-Abgeordnete Jean-Louis Bourlanges wird am morgigen Donnerstag im Deutsch-französischen Wirtschaftsclub in Paris (CEFA) bei einem Abendessen sprechen über das Thema: “L’Europe, entre relance et enlisement” - Europa zwischen Aufschwung und Niedergang”. Auf Französisch.

Ort: Cercle de l’Union Interalliée, 33 rue du Fbg St. Honoré, 8e, Metro Concorde

Zeit: 19.30 bis 22 Uhr

Anmeldung: contact.cefa@free.fr oder per Fax 0033 1 45 63 93 59

90 Euro für Nichtmitglieder

Wie Sarkozy die Türkei draußen halten will

Mittwoch, 27. Juni 2007 | 12:34

Das Handelsblatt beschäftigt sich mit der den Versuchen von Präsident Nicolas Sarkozy, einen EU-Beitritt der Türkei zu verhindern.

Selber lesen: 
http://www.handelsblatt.com/

Presse berichtet über EU-Gipfel und Universitätsreform

Dienstag, 26. Juni 2007 | 16:25

Die französischen Zeitungen haben am Dienstag unterschiedliche Schwrpunkte gesetzt. Das berichtet die Botschaft in Paris.
LE MONDE macht auf mit “Die Darfur-Tragödie mobilisiert die Diplomaten” (in Bezug auf die Pariser Konferenz). LE PARISIEN titelt “Donnerschlag in der Spielewelt” und nimmt damit Bezug auf die für morgen angekündigte Aufforderung Brüssels, Frankreich müsse sein Glücksspielmonopol dem Wettbewerb öffnen. LIBÉRATION: “Universitätsreformen - Sarkozy muss wiederholen”; LE FIGARO: “Universitäten: Sarkozy nimmt sich Zeit zur Überzeugung”; L’HUMANITÉ: “Durchgefallen, Sarkozy.” LA CROIX: “Flüsse zu verkaufen” (bezogen auf die Intention, die Zuständigkeit für Flüsse und Kanäle vom Staat auf die Regionen zu übertragen). Schließlich LES ECHOS: “Der Staat ruft France Télécom um Hilfe bei der Entschuldung”.

LE MONDE nimmt das Abstandnehmen der EU-Mitgliedstaaten von einer Festlegung auf das Bestehen eines freien und fairen Wettbewerbs unter die Lupe und meint, dass die Forderung des Staatspräsidenten in diesem Punkt gut für ganz Europa gewesen sei. Immerhin sei im Rahmen der EG-Landwirtschaftspolitik die Frage der Konkurrenz einer der umstrittensten Punkte. Nach Sarkozy müsse die europäische Wettbewerbspolitik an einem anderen Punkt ansetzen. Es müsse eine gemeinsame Industriepolitik Europas geben.

Sarkozy habe seinen europäischen Partnern sowie seinen Wählern das Versprechen gegeben, dass es hinsichtlich des neuen Vertragstextes kein nationales Referendum geben werde (LE MONDE). Ferner sei bis auf wenige Stimmen mit einer Zustimmung der zuvor die EU-Verfassung ablehnenden Oppositionspartei zu rechnen (dies wird insbesondere auf die “gute Werbung” Hollandes und Fillons zurückgeführt). Weiter mutmaßt LES ECHOS, der neue Vertrag könne ab Herbst 2007 unterzeichnet werden.
Zusammenfassung der negativen Stimmen von Prodi, Verhofstadt und Juncker in LE MONDE. Im Mittelpunkt steht dabei die Kritik Italiens an der Forderung des Staatspräsident Sarkozy auf einen Verzicht des Wettbewerbsbezuges (”Sarko retro”).

Die Aufnahme der Türkei in die europäische Wirtschafts- und Währungsunion werde aufgrund der Gegenposition Frankreichs nicht realisiert (LE MONDE). Ebenso LIBÉRATION: Die Aufnahme der Türkei werde aufgrund des angekündigten Nein Frankreichs auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. In der Tat sei die Einführung des Euro in der Türkei unter gleichzeitiger Annahme einer lediglich privilegierten Partnerschaft schlecht miteinander vereinbar, so das Blatt. Allerdings sei Sarkozys Haltung gegenüber der Türkei momentan weniger restriktiv als während des Wahlkampfes (so LE FIGARO). Sarkozy warte zunächst die Unterzeichnung des neuen EU-Vertrages ab. Frankreich sei sodann gewillt, die Türkeifrage diesen Winter im Zusammenhang mit einer Debatte über die Grenzen Europas neu aufzuwerfen (LE FIGARO).

LES ECHOS kündigt Klageerhebung der EU-Kommission gegen Frankreich für morgen vor dem EuGH (Europäischen Gerichtshof) an. Der Vorwurf richtet sich einerseits gegen die fehlende Umsetzung der Richtlinie gegen Nachahmung und Piraterie von 2004 und andererseits gegen die Diskriminierung von Ausländern im Hinblick auf den Beruf des Notars.

“Nach Europa nun die Universitäten”. Die Methode Sarkozy schwenkt nach LE MONDE diese Woche um zur innenpolitischen Szene. Der Präsident sei gewillt, innerhalb von 100 Tagen die ersten fünf Reformen im Bereich Finanzen und Soziales, Justiz, Einwanderung, Universitäten und Service minimum zu verabschieden. Alle Blätter von heute berichten über die Ablehnung des von Ministerin Pécresse vorgelegten Reformtextes bzgl. der Universitätsorganisation durch den Conseil National de l’Enseignement Supérieur et de la Recherche. Die Tatsache, dass nun Sarkozy sich diesem Thema intensiv annimmt, zeige auf ein Neues, dass er sich die Rolle des liebenswürdigen Friedensstifters und zugleich Schiedsrichter nicht nehmen lassen wolle (LIBÉRATION).

Die Verschiebung des Gesetzesvorhaben auf den 4. Juli gebe dem Staatspräsidenten Zeit, die Universitäten zu beruhigen (LE FIGARO; hier auch Angabe, dass 58% der Franzosen die Stärkung der Autonomie der Universitäten begrüßen). Nach einer Umfrage für LIBÉRATION sind 63% der befragten Franzosen Pro-Sarkozy eingestellt.

Ex-Premier Jean-Pierre Raffarin und Patrick Devedjian teilen sich nunmehr die Spitze der UMP (LE FIGARO). Dabei sei wichtig für den Staatspräsidenten Sarkozy, dass beide wüssten, dass er die wahre Nummer eins der Partei bleibe. Beide werden nach Angaben des FIGARO am 9./10. Juli 2007 Bundeskanzlerin Merkel und die Parteispitze der CDU in Berlin treffen.
Der ehemalige Staatspräsident Chirac macht in der Clearstream-Affaire von seinem Schweigerecht nach Art. 67 der französischen Verfassung Gebrauch, wobei er zugleich stillschweigend zugegeben habe, in dieser Sache eine Rolle gespielt zu haben (LIBÉRATION).
Frankreich verkauft 5% von France Télécom und erzielt damit einen Gewinn von 2,65 Milliarden Euro (LES ECHOS, LIBÉRATION).

Erneute Bestätigung des Zusammentreffens von Bundeskanzlerin Merkel mit Staatspräsident Sarkozy in Toulouse am 16.7.2007 (LE MONDE). Der Staatspräsident habe in Le Bourget am vergangenen Samstag geäußert, zu diesem Treffen auch die Entscheidungsträger von EADS, Daimler-Benz und Lagardère einladen zu wollen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen.

Lesetipp: Journalistenstreik bei Wirtschaftsblättern

Dienstag, 26. Juni 2007 | 14:58

Die Journalisten bei den beiden Wirtschaftszeitungen Les Echos und La Tribune streiken wegen eines eventuellen Verkaufs der Blätter. Mehr dazu im Handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/

Spiegelsaal in Versailles renoviert

Dienstag, 26. Juni 2007 | 14:56

albanel.jpgIm Schloss von Versailles ist der Spiegelsaal renoviert worden. Nach drei Jahren Sperrung wurde er am Montag im Beisein von Kulturministerin Christine Albanel (Foto) wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Firma Vinci hat für die Arbeiten zwölf Millionen Euro gespendet.

Im Spiegelsaal wurde 1871 das damalige deutsche Kaiserreich ausgerufen, 1919 der Versailler Vertrag unterzeichnet und einst auch die Hochzeit von Ludwig XVI. mit der Österreicherin Marie-Antoinette gefeiert.
Das Schloss ist geöffnet vom Dienstag bis Sonntag.

Mehr:
www.chateauversailles.fr 

Sabine Christiansens Freund hält Deutsche für warmherzig

Dienstag, 26. Juni 2007 | 12:00

Sabine Christiansens französischer Freund Norbert Medus hat eine überraschende Auffassung von den Landsleuten seiner Geliebten: „Die Deutschen sind so warmherzig.“ Das habe er beim Abschiedsempfang von Christiansen beim Smalltalk gesagt, berichtet der Tagesspiegel.
Autorin Elisabeth Binder kommentiert das so: “Das von einem Franzosen zu hören, ist so wider alle Klischees, dass es fast wie ein Wunder klingt. Die Liebe vermag eben wirklich alles.” Das Paar wolle im übringe zwar jetzt in Paris leben, aber auch oft in Berlin sein.

Selber staunen:
http://www.tagesspiegel.de/

Frankreich erhöht Mindestlohn auf 8,44 Euro

Dienstag, 26. Juni 2007 | 01:00

bertrand.jpgFrankreich erhöht seinen Mindestlohn ab 1. Juli auf 8,44 Euro pro Stunde. Das erklärte Arbeitsminister Xavier Bertrand (Foto). Es handelt sich um eine Erhöhung um 2,1 Prozent. Das Mindestgehalt im Monat beträgt so brutto 1279 Euro, netto sind es 1000 Euro bei 35 Stunden.
Der Mindestlohn betrifft 2,5 Millionen Beschäftigte und wird an jedem 1. Juli angepasst. Er wird um die Inflationsrate erhöht plus um die Hälfte des Kaufkraftgewinns des Arbeiterlohns. Die Gewerkschaften äußerten sich enttäuscht, dass der Mindestlohn nicht stärker steigt als nach dieser Methode, wie es manches Mal nach einer Präsidentschaftswahl bereits geschehen ist.

EU-Gipfel dominiert Titelseiten der Presse

Montag, 25. Juni 2007 | 17:55

Die Ergebnisse des EU-Gipfels unter deutscher Präsidentschaft dominieren am Montag nicht nur die Titelseiten in Frankreich, sondern ragen auch durch die ihnen gewidmeten Seitenzahlen heraus (in LIBÉRATION z.B. allein 4 Seiten!). Das berichtet die Botschaft in Paris.
LE MONDE macht auf mit “Die Einigung über den ‘traité simplifié’ gibt der Europäischen Union Luft zurück.” LA CROIX titelt: “Europa sagt ja zur Zukunft”. L’HUMANITÉ titelt: “Mini-Vertrag - maximale Verwirrung”. Bei LIBÉRATION ist das Thema EU an den Rand der Titelseite gedrängt, während das Fernbleiben Ségolène Royals vom Conseil National der Sozialisten am Samstag im Mittelpunkt der Schlagzeilen steht (”Die Scheidung ist vollbracht”). LE PARISIEN macht auf mit: “Sarkozy bittet um Hilfe bei seinen Reformen” (dies betrifft in erster Linie die Universitätsreform).

Der EU-Gipfel und insbesondere seine Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ein positives Medienecho ausgelöst, schriebt die Botschaft. LE MONDE vergleicht den Gipfel etwa mit einem Theaterstück, an dessen Ende man sich bei der Bundeskanzlerin bedanken müsse. Sie habe am vergangenen Freitag erneut ihre Fähigkeiten als Verhandlungsführerin unter Beweis gestellt und mit ihrer Geduld und Bestimmtheit der EU aus der Krise verholfen (auch LIBÉRATION).

Allgemeiner Tenor ist auch, dass die Verbindung Deutschland-Frankreich eine zentrale Rolle gespielt habe (zum Deutsch-Französischen-Gespann ausdrücklich Europa-Staatssekretär Jouyet in einem Interview im FIGARO).Dabei ist der Inhalt für die deutsch-französische Zusammenarbeit vorteilhafter als die negierend formulierte Überschrift (”Le couple franco-allemand n’est plus un directoire”).
Allerdings sei Sarkozy nicht weit davon entfernt, sich als den eigentlichen Urheber der getroffenen Einigung zu verstehen (ebenfalls verbreitetes Urteil). Er habe Merkels Strategie i. Ü. hinsichtlich der Isolation Polens indirekt kritisiert, indem er sich dahingehend geäußert habe, dass es unmöglich gewesen sei, das größte osteuropäische Land nach weniger als 20 Jahren nach dem Berliner Mauerfall an die Seite zu schieben (LE MONDE; LE FIGARO).
Im Editorial titelt LE MONDE nur noch mit “bescheidenem Sieg” des Rates. Sarkozy habe es sich jedoch nicht nehmen lassen, die entscheidende Rolle Frankreichs beim Einigungsprozess zu demonstrieren.
LIBÉRATION bewertet die Überzeugung Polens als “deutsch-französisches” Verdienst, wobei Staatspräsident Sarkozy den Guten und Bundeskanzlerin Merkel die Böse gespielt habe. Die übrigen Blätter bewerten Sarkozys Selbstdarstellung weniger kritisch und unterstreichen vielmehr selber, dass Frankreichs Entwurf eines “traité simplifié” und sein Beitrag zur Überzeugung Polens zumindest mitentscheidend für den erfolgreichen Ausgang des Gipfels gewesen seien (LE FIGARO vom 23./24.6; Interview mit dem ehemaligen Minister für Soziales Jack Lang in LIBÉRATION, der die exzellente Arbeit Sarkozys lobt; FIGARO: “Der glücklichste Gipfelteilnehmer: Sarkozy!”). Ferner sei von allen Gipfelteilnehmern seine unermüdliche Verhandlungsausdauer gelobt worden (so LIBÉRATION). LIBÉRATION gibt der Einigung im Editorial den Namen “Vertrag Frankenstein”, der zwar undurchsichtig und etwas zusammengebastelt erscheine, im Ergebnis jedoch etwas bewirke. Großbritannien sei der wahre Gewinner des Gipfels (LIBÉRATION).
Merkel-Portrait von Pierre Bocev (Berlinkorrespondent des FIGARO), der der Meinung ist, Merkel müsse eine Zwillingsschwester haben, da ihr nationales Engagement nichts mit ihrer Energie auf dem internationalen Parkett gemeinsam habe.

LE MONDE berichtet, dass Washington Sarkozys und Kouchners Initiative zur Darfur-Konferenz, bei deren Verhandlungen Condoleezza Rice einen wichtigen Platz einnehmen werde, begrüße. Jedoch habe Sarkozys Vorpreschen in der Darfour-Krise Bush unter Handlungsdruck gesetzt. LIBÉRATION bewertet die Organisation der Konferenz als den ersten Erfolg Kouchners, wenngleich heute keine Ergebnisse zu erwarten seien.

Thema in allen Blättern ist das Fernbleiben von Ségolène Royal vom Conseil National der PS und der Erfolg Hollandes. LIBÉRATION meint Royal übernehme innerhalb der PS die Oppositionspartei. LE FIGARO ist der Auffassung, innerhalb der PS formiere sich eine Anti-Royal-Fraktion.

I. Ü. steht im Mittelpunkt der innenpolitischen Themen die angestrebte Neuorganisation der Universitäten. Hinsichtlich der Hochschulreform konstatiert LE MONDE, dass die Universitäten (mit Ausnahme der großen Fakultäten in Paris, Lyon, Marseille etc.) nicht ausreichend ausgestattet seien, um die von Pécresse favorisierte Liberalisierung erfolgreich umzusetzen und dass die Quasi-Abschaffung des Centre National de la Recherche Scientifique hierzu geradezu kontraproduktiv sei.