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Übersicht für Oktober 2007

Nicolas und Cécilia Sarkozy sind schon geschieden

Donnerstag, 18. Oktober 2007 | 16:58

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Cécilia haben sich scheiden lassen. Das sei im beiderseitigen Einvernehmen geschehen, erklärte der Elysee-Palast am Donnerstag nachmittag. Zwei Stunden zuvor hatte der Palast nur die Trennung der beiden bekannt gegeben.

Ihre gemeinsame Anwältin Michèle Cohen sagte, die Scheidung sei ohne Probleme verlaufen. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn (10) sowie jeweils zwei Kinder aus vorherigen Ehen.
Wenige Monate nach seiner Wahl ist Sarkozy der erste französische Präsident, der geschieden wurde. Die sexuellen Eskapaden von Francois Mitterrand und die Geburt einer Tochter hatten einst nicht zu einer Scheidung geführt.

Sarkozy und seine Frau hatten sich bereits 2005 getrennt, waren dann aber wieder zusammengekommen. Die französische Presse hatte seit Tagen über die Trennung spekuliert und am Donnerstag sogar den Bahnstreik vom Aufmacherplatz verdrängt.
In Deutschland folgt auf eine Trennung  mindestens ein Jahr Zeit, bevor man sich einvernehmlich scheiden lassen kann. Sollte einer nicht einverstanden sein, muss die Trennung drei Jahre gedauert haben.
Sarkozy flog am Donnerstag nach Lissabon zum europäischen Gipfel.

Deutsch-französischer Triumph beim Physik-Nobelpreis

Dienstag, 09. Oktober 2007 | 16:51

Den Physik-Nobelpreis teilen sich in diesem Jahr ein Deutscher und ein Franzose. Er geht an den Jülicher Wissenschaftler Peter Grünberg und an den Franzosen Albert Fert von der Université Paris Sud.

Beide hatten 1988 unabhängig voneinander einen Magneteffekt entdeckt, der heute in Computer-Festplatten genutzt wird und ihre Speicherkapazität erhöht.

Während übrigens viele Medien in Deutschland fast alle titelten: Deutscher gewinnt Nobelpreis, schrieben viele Medien in Frankreich: Franzose gewinnt Nobelpreis. In unserem Chauvinismus sind wir uns dann wieder gleich.

Deutsche sehen Einwanderung mit gemischten Gefühlen

Montag, 08. Oktober 2007 | 14:28

Die Einwanderung sehen die Deutschen mit gemischten Gefühlen. Das hat der französische Nachrichtensender France 24 in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden. France 24 berichtet am heutigen Montag ganztätig über die Einwanderung in Deutschland. Das Thema ist auch Schwerpunkt des kommenden deutsch-französischen Gipfels.
Die Mehrheit der Deutschen sehe zwar die Vorteile einer Öffnung gegenüber qualifizierten Einwanderern und anderer Kulturen, erklärte France 24 am Montag in Berlin. Gleichzeitig beunruhigten sie aber religiöser Fundamentalismus und Fragen zur Integration der Einwanderer die Bevölkerung. Die Umfrage stammt von dem französsichen Institut TNS Sofres.

Dass Einwanderung die Kultur bereichert und das Verständnis für fremde Kulturen fördert, glauben 83% der Befragten. 71% der Deutschen glauben, dass Einwanderung wirtschaftliche Probleme dämpfen kann wie beispielsweise die Folgen des demografischen
Wandels. 73% aber fürchten illegale Einwanderung und Ghettobildung.

France 24 sendet nicht auf Deutsch, aber immerhin auf Französisch, Englisch und Arabisch. Auch im Internet ist der Sender unter www.France24.com zu sehen.

Sozialsiten verlangen Untersuchungsauschuss in EADS-Affäre

Montag, 08. Oktober 2007 | 14:21

Die französischen Sozialisten haben am Montag in der EADS-Affäre einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss verlangt. Es müsse darum gehen herauszufinden, wer was wusste, als der französische Staat durch seine Caisse des dépôts et consignations (CDC) 2,25 Prozent der EADS-Aktien vom Eigner Lagardère kaufte.

Dieses Aktienpaket habe sich wegen der Probleme beim A380 kurz darauf als schlechtes Geschäft herausgestellt. Es müsse geklärt werden, wer in den Ministerien welche Informationen hatte zwischen November 2005 und April 2006, sagte Sozialistensprecher Bruno Le Roux.  

SAP plant Milliardenkauf in Frankreich

Montag, 08. Oktober 2007 | 14:14

Der deutsche Konzern SAP will das französische Unternehmen Business Objets übernehmen. Die Transaktion hat einen Wert von 4,8 Milliarden Euro. SAP geht in einer Mitteilung davon aus, dass der Verwaltungsrat des französischen Konzerns seinen Aktionären den Verkauf empfehlen werde.

An der Pariser Börse zog die Aktie von Business Objets nach dieser Mitteilung am Montag  um 17 Prozent an.

Selber lesen:

http://www.nzz.ch/

Heute Jazz im Kulturinstitut am Kudamm

Freitag, 05. Oktober 2007 | 17:47

Das Französische Kulturinst Berlin lädt heute abend zu einem Jazzkonzert ein: Stephan Oliva am Klavier und Jean-Marc Foltz an der Klarinette spielen.  “Sie laden uns ein, in ihre akustische Welt aus eigenen Kompositionen und erstaunlichen Cover von Klassikern einzutreten. Ihr feiner musikalischer Stil prägt die erstaunliche Intensität ihrer subtilen Improvisationen”, heißt es im Text des Instituts.

Zeit: 5. Oktober, 19 Uhr, Einlass 18.40
Dauer: 1 Stunde; danach Umtrunk

Preis: 6 €; 4 € ermäßigt; Vorverkauf im Institut)

Ort: Institut Français Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin

Das Bureau Export de la Musique française à Berlin hat mitgeholfen bei der Organisation.

Le Figaro: Niemand hört mehr auf die Sozialisten

Freitag, 05. Oktober 2007 | 17:36

Den Bedeutungsverlust der bei der Präsidentschaftswahl unterlegenen Sozialisten analysiert Le Figaro so: “Im Leben politischer Parteien gibt es schwierige Momente. Niederlagen, Infragestellungen, interne Kriege mit ihrem großen Trara und ihren kleinen Verrätereien. Aber es gibt Schlimmeres: den Moment, wo die Öffentlichkeit sich nicht nur abwendet, sondern gleichgültig wird. So weit ist man in der PS.”

“Ihre Verantwortlichen attackieren Nicolas Sarkozy - aber die Franzosen hören sie nicht. Sie versprechen eine große Baustelle der “Neubegründung” - man macht sich darüber lustig. Die letzte Zeit bestätigt, dass es heutzutage in Frankreich nicht mehr eine Rechte gibt, die regiert, und eine Linke, die die Opposition bildet, sondern eine Regierungsmehrheit, die beide Aufgaben gleichzeitig erfüllt … Zu allen Fragen haben die Sozialisten natürlich eine Meinung, aber die Rechte hat mehrere. Man hört nur sie.”

Le Monde kritisiert Insider-Geschäfte bei EADS

Freitag, 05. Oktober 2007 | 17:33

fotos19807-108.jpgDie Tageszeitung Le Monde hat die Entwicklung bei EADS scharf kritisiert. In der Übersetzung des Bundespresseamtes kommentiert sie so: “Als Symbol für den industriellen Ehrgeiz Europas ist EADS kein Unternehmen wie alle anderen … Dieser strategische Platz im Herzen der europäischen Wirtschaft erlegt der Unternehmensführung von EADS und Airbus Pflichten auf.

Wenn Renault niest, bekommt Frankreich Schnupfen“, hieß es in den 1960er Jahren. Wenn heute EADS stolpert, leidet Europa darunter. Deshalb sollte die Führung dieser Gruppe untadelig sein, und deshalb sind die Insidergeschäfte, derer man die Führungsmitglieder von EADS und Airbus verdächtigt, besonders schwerwiegend.”

“Man weiß nicht, ob Noel Forgeard auf dem Laufenden darüber war, dass seine Aktionäre ihre Aktien verkaufen wollten, als er seine eigenen Aktien im März 2006 verkaufte. Nichtsdestoweniger trägt dieser große Industrielle eine schwere Verantwortung ... Für Forgeard und seine Umgebung sind diese moralischen Erwägungen definitiv aus der Mode … Dieser Schützling Jacques Chiracs hat gezeigt, dass er sich wenig um das Interesse des Landes scherte, dem er doch dienen sollte.”

“Diese Angelegenheit wird die Diskussion über die Stock-Options wieder in Gang bringen … Aber diese Affäre wird auch andere Folgen haben. Das Misstrauen der Bürger gegenüber den “Chefs” und dem Staat - sowieso bereits ein französisches Übel - wird zunehmen. In diesem Zusammenhang kann man sich nicht vorstellen, dass die Regierung bestimmte Delikte, die von den Unternehmenschefs begangen worden sind, ungestraft lässt, wie sie es vorhatte. Trotz allem gibt es zwei Gründe zur Freude: Die Finanzaufsicht scheint diesmal entschlossen zu sein, sich durchzusetzen, und der erste Airbus 380 wird geliefert. Mit zwei Jahren Verspätung - zwei schrecklichen Jahren für das Symbol des industriellen Europas.”

Deutschland und Frankreich uneins über den Iran

Freitag, 05. Oktober 2007 | 17:27

steinmeier.jpegkouchner3.jpgDer Vorstoß Frankreichs für verschärfte Sanktionen gegen Iran wird in Berlin abgelehnt und könnte die EU insgesamt spalten. Ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes wollte nach einem Treffen von Minister Frank-Walter Steinmeier mit Bernard Kouchner (Fotos) in Berlin zu dem französischen Vorstoß ausdrücklich keine Stellung nehmen. Das Thema werde beim EU-Außenrat in Luxemburg zur Sprache kommen, hieß es lediglich.

Die britische Regierung dagegen stellte sich hinter die Forderung von Außenminister Kouchner, die EU solle “umgehend” die Möglichkeit neuer Wirtschaftssanktionen prüfen. Italien und Österreich wiederum warnten vor einem übereilten Vorgehen der EU.

Fillon: Staat hat keine EADS-Insidergeschäfte gemacht

Freitag, 05. Oktober 2007 | 17:22

fillon.jpgDer französische Premierminister Francois Fillon (Foto) hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Staat sei in Insidergeschäfte bei EADS involviert gewesen. “Die Art und Weise, wie einige EADS-Manager kritisiert werden, ist sehr ernst“, sagte Fillon vor dem französischen Senat. Der Staat sei aber in keiner Weise bei dem Verkauf von EADS-Aktien von privaten Besitzern beteiligt gewesen.