Das preisgekrönte Magazin für frankophile Internauten

Übersicht für Dezember 2007

62 Tote bei Anschlägen in Algier

Dienstag, 11. Dezember 2007 | 16:51

Bei zwei Anschlägen mit Autobomben in Algier sind am Dienstag 62 Menschen ums Leben gekommen. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy verurteilte  die Anschläge in der früheren Kolonie und bot seinem Kollegen Abdelaziz Bouteflika Unterstützung an. Sarkozy war erst in der vergangenen Woche zu einem Staatsbesuch in Algier gewesen, wo er sein Projekt einer Mittelmeerunion voranbringen wollte.

Fillon will sich in Buenos Aires für Betancourt einsetzen

Dienstag, 11. Dezember 2007 | 16:44

LE FIGARO und andere Blätter berichten am Montag über die Teilnahme von Ministerpräsident Francois Fillon an der Amtseinführung der neuen Kirchner argentinischen Präsidentin Kirchner in Buenos Aires. Das schriebt die deutsche Botschaft Fillon werde die Anwesenheit zahlreicher südamerikanischer Staatschefs nutzen, um auf eine Mobilisierung zu Gunsten der Geisel Ingrid Betancaourt und anderer in Kolumbien hinzuwirken.

Gaddafi auf den Titelseiten in Paris

Dienstag, 11. Dezember 2007 | 16:41

Der Besuch von Muammar Gaddafi in Paris hat am gestrigen Montag die Pariser Aufmacher bestimmt. Das berichtet  die deutsche Botschaft.

LE FIGARO habe auf der 1 als Nebenüberschrift gehabt: “Gaddafi in Paris, ein Besuch als Großereignis“. LIBÉRATION zeige mit “Gaddafi- mein Freund” ein Foto von Lissabon, bei dem Staatspräsident Nicolas Sarkozy den libyschen Revolutionsführer begrüßt. LA CROIX mache als Nebenaufmacher die Überschrift “Gaddafi, ein unangenehmer Gast”.

LE PARISIEN titele mit “Gaddafi in Paris - Rama Yade ärgert sich“. LE MONDE bringe die Überschrift: “Ungewöhnlicher Besuch Gaddafis in Frankreich”. L’HUMANITÉ hat die Überschrift: “Sarkozy rollt für Gaddafi den roten Teppich aus”.
LES ECHOS spricht von einem “Besuch unter Hochspannung”. LA TRIBUNE berichtet über die beabsichtigten Vertragsabschlüsse mit Airbus in Höhe von über drei Milliarden Euro.
LE FIGARO hatte am Wochenende ein Interview mit Gaddafi-Sohn Saif, der den Abschluss mehrerer Verträge  (Kauf im Wert von mehr als 3 Mrd. Euro bei Airbus, eines Atomreaktors und zahlreicher militärischer Ausrüstungsgüter) und Verhandlungen über das Jagdflugzeug “Rafale” des Rüstungskonzerns Dassault bestätigt, ohne dabei auf Einzelheiten einzugehen.

Laut JOURNAL DE DIMANCHE (JDD) könnten während des Besuchs auch die Verhandlungen mit Eurocopter über die Lieferung von Militär- und Zivilhubschraubern (Modelle Tiger und Fennek bzw. Super Puma) zum Abschluss gebracht werden.

LE MONDE bringt unter der Überschrift “Oberst Gaddafi kommt, um seine diplomatische Rehabilitierung zu besiegeln” eine Vorschau auf den Besuch, der - so das Blatt - dem Elysée nicht nur wegen protokollarischer Fragen sondern auch wegen zahlreicher Ungewissheiten über Gaddafis Absichten, gewisses Kopfzerbrechen bereite. Diese Befürchtungen zu seiner Unberechenbarkeit habe Gaddafi durch seine Äußerungen am Vorabend des EU-Afrika-Gipfels am 7.12. in Lissabon nicht beseitigen können. Dort habe er in einer Rede vor Studenten finanzielle “Entschädigungen” für die Länder gefordert, die früher Kolonien waren und es als “normal” befunden, dass “die Schwachen gegenüber den Supermächten zum Terrorismus greifen“.

Gaddafis Besuch löste bereits vor Beginn für eine heftige innenpolitische Kontreoverse, die sich seit dem Wochenende in allen Blättern wiederfindet. Das Journal du Dimanche (JDD) zitiert Sozialistenchef Francois Hollande, Staatspräsident Sarkozy verschließe die Augen vor der Realität des Gaddafi-Regimes und zitiert Hollande wie folgt: “Keine Unterzeichnung von Handelsabkommen könne eine solche Blindheit auf Seiten Sarkozys legitimieren”.

Ségolène Royal habe sich - so JDD - “schockiert” von der Ankunft Gaddafis gezeigt, wenn man die Umstände kenne, unter denen die bulgarischen Krankenschwestern gefoltert worden seien.

Auch Außenminister Kouchner äußert sich in einem Beitrag für LA CROIX vorsichtig: “Es gehe nicht darum, im Namen der Realpolitik die Opfer des libyschen Regimes zu vergessen“. Der Besuch Gaddafis “falle zeitlich mit dem Jahrestag der Menschenrechte zusammen. Gutes Omen oder Provokation”? fragt sich Kouchner in dem Beitrag. “Es ist ein Risiko, aber wir müssen die Augen offen behalten”, so der französische Außenminister weiter.

Auch die Staatssekretärin für Menschenrechtsfragen im französischen Außenministerium, Rama Yade äußert in einem Interview mit LE PARISIEN Vorbehalte. Sie äußert sich wenig glücklich, dass dieser Besuch auf den Tag der Menschenrechte fällt. Yade weiter: “Die Wahl dieses Datums sei ein starkes Symbol, ich würde sagen sogar skandalös”.

LA CROIX sieht zwar die Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern als ausreichende Rechtfertigung des Besuchs, fragt aber im Editorial, ob es wirklich 5 Tage, zwei Gespräche mit Sarkozy und ein Besuch der Assemblée Nationale sein müssen, um einem Diktator dafür zu danken, dass er das Nötigste getan hat.

LIBÉRATION setzt seinen kritischen Leitartikel unter die Überschrift “Unwürdigkeit”. Lediglich der Leitartikel in LE FIGARO unter der Überschrift “Realpolitik” verteidigt den Besuch.

Wenn in Paris der Tannhäuser bestreikt wird, wird er besser

Dienstag, 11. Dezember 2007 | 16:14

Wenn in Paris der Tannhäuser bestreikt wird, wird er besser. Das ist die paradoxe These einer Geschichte der Frankfurter Rundschau zu einer Opernaufführung in der französischen Hauptstadt.

Selber lesen: 
http://www.fr-online.de

Fillon gegen Airbus-Produktion in den USA

Montag, 10. Dezember 2007 | 17:07

fillon.jpgDer französische Premierminister Francois Fillon (Foto) hat sich gegen die Verlagerung der Airbus-Produktion in die USA ausgesprochen. “Der Staat als Aktionär wird alles tun, um EADS von der Verlagerung seiner Produktion abzubringen“, sagte Fillon in der Wirtschaftszeitung Les Echos.

Die Regierung sei sich der Probleme durchaus bewusst, die der hohe Euro-Kurs für Airbus bedeute. Airbus werde diese Schwierigkeiten aber nicht durch Verlagerungen überwinden. Man reagiere nicht auf ein rein zyklisches Problem mit strategischen Entscheidungen, die einen langfristig bänden, sagte er.

Frankreich und Deutschland hätten nicht so viel in Airbus investiert, um dann zu sehen, wie es stückweise in die Dollarzone abwandere. Das Unternehmen müsse stattdessen die Produktivität erhöhen und seine Zulieferer besser unterstützen, forderte Fillon.

Le Figaro verteidigt Gaddafis Besuch

Montag, 10. Dezember 2007 | 17:00

Die Pariser Zeitung Le Figaro hat den Besuch von Libyens Staatschef Muammar Gaddafi in Paris verteidigt. Sie schreibt laut Bundespresseamt:

“Wenn man nach den Kritikern geht, müsste Gaddafi in seinem Zelt bleiben und schon gar nicht nach Paris kommen, um unser gutes Gewissen zu stören …Wenn der Besuch Gaddafis die Wohlmeinenden in Frankreich beunruhigt, dann weil er ihre bequemen Sicherheiten in Frage stellt

Sie sollten sich beruhigen. Entgegen ihren vereinfachenden Vorstellungen ist Frankreich nicht dabei, sich vor einem Operettentyrannen zu prostituieren. Es ist eine Politik definiert worden, die darin besteht, die Länder zu ermutigen, die sich ändern und den richtigen Weg einschlagen. Libyen gehört dazu … Den libyschen Revolutionsführer in Paris zu empfangen bedeutet nicht, dass man mit ihm paktiert

Es ist an der Zeit, dass die Realpolitik kein Schimpfwort mehr ist. Wir können es uns nicht mehr erlauben, nur die zum Partner zu haben, die unsere Meinung teilen … Libyen ist kein kleines Land, das man vernachlässigen könnte … Tripolis spielt eine Schlüsselrolle für die Stabilität einer Region, die von entscheidender Bedeutung für uns ist. Es ist keine Schande, dies zuzugeben und unsere Interessen mit Realismus zu verteidigen.

Libération kritisiert Gaddafi-Besuch

Montag, 10. Dezember 2007 | 16:56

Die Pariser Tageszeitung Libération hat den Paris-Besuch von Libyens Staatschef Muammar Gaddafi scharf kritisiert. Die Zeitung schreibt laut Bundespresseamt: “Sarkozy wird seinem Freund Gaddafi niemals zu einem Wahlsieg gratulieren müssen. In Libyen gibt sich der Revolutionsführer nicht mit derartigen Formalitäten ab “…

“Diesen Mann zu empfangen, ist Sarkozy ’sehr glücklich‘ … Sarkozy und die Seinen erklären, Gaddafi habe sich geändert, es sei besser, den Wandel Libyens zu begleiten, und alle anderen Länder hätten die Verbindungen zu Tripolis, das angeblich von seinen Sünden erlöst sei, wieder angeknüpft . Aber Großbritannien, Italien oder die USA … haben es vermieden, ihn mit allem Pomp der Republik zu empfangen und sich damit lächerlich zu machen. Nichts zwingt Frankreich, einen solchen Eifer und eine derartige Würdelosigkeit an den Tag zu legen …

Wie tot ist Frankreichs Kultur?

Montag, 10. Dezember 2007 | 16:50

Wolf Lepenies referiert in der “Welt” die Pariser Reaktionen auf den von “Time” ausgerufenen Tod der französischen Kultur. Und schlägt den Bogen zu den immer wiederkehrenden französisch-amerikanischen Reibereien.

Selber lesen:
www.welt.de/

Autoindustrie zieht Produktion kräftig ins Plus

Montag, 10. Dezember 2007 | 16:39

Die Autoindustrie hat in Frankreich die Industrieproduktion im Oktober “furios” nach oben gebracht. Das berichtet die Deka-Bank in Frankreich. Grund sind die Anläufe der neuen Modelle bei Peugeot und Renault.

So stieg die Industrieproduktion (ohne Bau) überraschend um 2,1 Prozent gegen den Vormonat und sogar um 4,0 Prozent gegen den Vorjahresmonat.
Die Produktion von Automobilen legte 6,9 Prozent gegen den Vormonat zu, von Nahrungsmitteln um 2,4 Prozent und von Energie um  2,1 Prozent.

Bei den Aussichten ist die Deka-Bank allerdings gedämpfter: Im November wurde allerdings zehn Tage gestreikt, weitere Streiks sind jetzt angekündigt worden. Der Euro und das Öl sind weiter sehr teuer.

Alonso verlässt Mercedes und kehrt zurück zu Renault

Montag, 10. Dezember 2007 | 16:29

Der spanische Rennfahrer Fernando Alonso verlässt McLaren-Mercedes und kehrt zu Renault zurück. Das gab die französische Firma am Montag bekannt. Alonso war 2005 und 2006 mit Renault Formel1-Weltmeister geworden. Er wechselte dann zu McLaren-Mercedes, wo er sich jedoch nicht mit dem zweiten Fahrer Lewis Hamilton verstand, der von der Teamleitung bevorzugt wurde. Am Ende wurde Kimi Räikönen Weltemeister.