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Übersicht für Mai 2008

Fernsehpreis geht an Catherine Menschner für NDR/Arte-Produktion

Freitag, 16. Mai 2008 | 16:19

Den deutsche-französische Fernsehpreis geht an Catherine Menschner für ihren Beitrag „Ab in den Knast – Wenn Mädchen straffällig werden“, eine Produktion des NDR für ARTE. Die Jury würdigt die Originalität des Themas: den Vergleich der Lebenswirklichkeiten von straffällig gewordenen Mädchen in Deutschland und Frankreich.

Der Autorin sei es gelungen, verstörend starke Protagonistinnen zu finden, die authentisch und bewegend sind – ohne jeden Zweifel eine investigative Rechercheleistung.

Mit dem Hörfunkpreis wird Vera Laudahn ausgezeichnet für ihre Reportagereihe „Frankreich wählt – Eine Reportagereise durch Südfrankreich“, die im April 2007 auf WDR2 ausgestrahlt wurde.

Die Autorin habe auf lebendige Art und Weise ein prägnantes und differenziertes Bild der französischen Gesellschaft vor der Präsidentschaftswahl gezeichnet. Die Jury hebt außerdem den Mut der Redaktion hervor, die eine solche Reportagereihe in einem formatierten Tagesbegleitprogramm zur besten Sendezeit platziert hat.

Ebenfalls die Präsidentschaftswahl als Thema hatte Heimo Fischer für den Beitrag „Wahlkampf in Frankreich – Momentaufnahmen“, erschienen in der „Financial Times Deutschland“ vom 10. bis 13. April 2007.

Der Autor habe in vier kurzen Reportagen aus unterschiedlichen Bereichen und Regionen ein anschauliches und informatives Stimmungsbild vom französischen Präsidentschafts-wahlkampf zu liefern. Es ist ihm gelungen, eine atmosphärische dichte Schilderung zu geben, die das Thema ohne Voreingenommenheit darstellt.

Den Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhält Martina Andrecht für ihre Serie „Das Leben in Paris aus Sicht einer Deutschen“ (« Vie parisienne vue par une allemande – Cinq pastilles franco-allemandes »). Die Beiträge wurden beim Fernsehsender France 3 Ile-de-France im Herbst 2007 ausgestrahlt.

Darin konfrontiert die Autorin die Franzosen liebevoll mit ihren kleinen Marotten. Die Beiträge sind originell, humorvoll, frisch, bisweilen frech aber auch informativ. Ein ausdrückliches Lob der Jury geht an die Redaktion von France 3 Ile-de-France, die den Mut zu dieser ungewöhnlichen Form der Berichterstattung hatte.

“Generation 80″ gewinnt deutsch-französischen Journalistenpreis

Freitag, 16. Mai 2008 | 16:10

Die Sieger beim Deutsch-französischen Journalistenpreis 2008 stehen fest.
Der Internetpreis geht an Eva John und Romy Straßenburg für das Webangebot „Generation 80“, zu sehen unter http://taabmyge.free.fr/

Die Jury hebt den erfrischenden und sehr persönlichen Blick auf unterschiedliche Aspekte des Lebensgefühls junger Menschen in Berlin und Paris hervor. Dabei nutzt “Generation 80″ mit Bildern, selbst produzierten Audiobeiträgen und Flashanimationen die multimedialen Möglichkeiten des Mediums aus, ohne das Angebot technisch zu überfrachten. Vielmehr animiert es den Leser, auf Entdeckungsreise zu gehen. Auch die grafische Gestaltung und die Form als Adventskalender haben überzeugt.

Eines der Jury-Mitglieder war Harald Schultz von Frankreich-heute, weil diese Publikation 2007  gewonnen hatte. Am 26. Juni wird der Preis in Berlin übergeben.

Wussten Sie eigentlich?

Mittwoch, 07. Mai 2008 | 16:38

fotosmrz08reims-296.jpgDass die deutsche Kapitulation 1945 nicht am 8. Mai unterschrieben wurde, sondern bereits am 7. Mai heute vor 63 Jahren in Reims?  Die Unterschriften erfolgten im Kartenraum des Hauptquartiers von General Dwight D. Eisenhower, das sich damals in einer Schule hinter dem Hauptbahnhof von Reims befand (Foto).

Laut Bundesarchiv wurde frühmorgens um 2.41 Uhr in Reims die Urkunde von dem Generalobersten Jodl unterzeichnet. Sie trat allerdings erst in Kraft für den 8. Mai, 23.01 Uhr. Hintergrund war, dass die Wehrmacht ihren Truppen noch die Gelegenheit geben wollte, vor den Sowjets so weit wie möglich nach Westen zu fliehen. Ursprünglich wollte die Wehrmacht nur an der Westfront kapitulieren, nachdem es bereits Teilkapitulationen gegeben hatte, in Italien, Norddeutschland, für die Stadt Berlin (2. Mai) und der “Armee Wenck”, die in Berlin kämpfen sollte, sich aber in Stendal ab 3. Mai den Amerikanern ergab.

Eine weitere Teilkapitulation lehnten die Alliierten nun ab.

Die Wehrmacht kapitulierte dann schließlich vollständig vor den Alliierten Streitkräften und vor den Sowjets. Die Urkunde war auf Englisch gehalten, deshalb wurde Reims auch auf Englisch als “Rheims” bezeichnet. 17 Journalisten waren neben den Offizieren anwesend, darunter einige Fotografen und Kameraleute.

Der französische General Sevez, im letzten Moment dazu gerufen, unterschrieb nur als Zeuge. Heute sind der Raum und die Gänge dorthin ein Museum. Seit 2005 wird neben den Fahnen der Alliierten vor der Tür auch eine Schwarz-Rot-Goldene gehisst. Schließlich war dies auch der Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur.
Selber lesen:
http://www.bundesarchiv.de/

http://www.crdp-reims.fr/