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Jacques Chirac vom Untersuchungsrichter vernommen

chirac-adieu-058.jpgDie Aufmacher der französischen Presse am Freitag betreffen die richterliche Vernehmung Jacques Chiracs (Foto: bei seiner Abschiedsrede) in der Parteispendenaffäre. Das berichtet die deutsche Botschaft.
LE MONDE titelt “M. Chirac von einem Richter vernommen”. LE FIGARO macht auf mit “Zurück zu den Affären”. Auch LIBERATION (”Ende der Flucht für Chirac”), LE PARISIEN (”Was Chirac wirklich riskiert“) und LA CROIX (”Jacques Chirac, einfach justiziabel”) beschäftigen sich mit dem Thema.

Chirac wurde als Zeuge mit juristischem Beistand vernommen. LE MONDE veröffentlicht einen Gastbeitrag Chiracs mit dem Titel “Politische Finanzierung: Was ich den Franzosen sagen möchte”.

Nach LE FIGARO ist die Verteidigungslinie Chiracs durch die Vernehmung nun etwas klarer geworden: “Die früheren Praktiken rechtfertigend, übernimmt Chirac die Verantwortung in seiner Eigenschaft als früherer Parteichef der RPR, negiert jedoch, in der Küche mitgemischt zu haben”.

Nach LA CROIX lässt sich aus der Vernehmung Chiracs folgende Kernaussage entnehmen: “Ich war nicht auf dem Laufenden; ich habe mich nicht darum gekümmert.” Aus dem Elysée-Palast des neuen Präsidenten wie auch von der Regierungspartei UMP sei kein Kommentar zu der Befragung abgegeben worden. Überhaupt würden sowohl Sarkozy als auch Fillon seit ihrer Amtsaufnahme nie, oder zumindest fast nie, ein Wort über ihre Vorgänger verlieren, so LE FIGARO. LES ECHOS spricht von einer Premiere (Chirac ist der erste ehemalige Staatspräsident, der als Zeuge mit juristischen Beistand vernommen wurde), “die Chirac versucht hatte zu banalisieren.”

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