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Le Monde kritisiert Insider-Geschäfte bei EADS

fotos19807-108.jpgDie Tageszeitung Le Monde hat die Entwicklung bei EADS scharf kritisiert. In der Übersetzung des Bundespresseamtes kommentiert sie so: “Als Symbol für den industriellen Ehrgeiz Europas ist EADS kein Unternehmen wie alle anderen … Dieser strategische Platz im Herzen der europäischen Wirtschaft erlegt der Unternehmensführung von EADS und Airbus Pflichten auf.

Wenn Renault niest, bekommt Frankreich Schnupfen“, hieß es in den 1960er Jahren. Wenn heute EADS stolpert, leidet Europa darunter. Deshalb sollte die Führung dieser Gruppe untadelig sein, und deshalb sind die Insidergeschäfte, derer man die Führungsmitglieder von EADS und Airbus verdächtigt, besonders schwerwiegend.”

“Man weiß nicht, ob Noel Forgeard auf dem Laufenden darüber war, dass seine Aktionäre ihre Aktien verkaufen wollten, als er seine eigenen Aktien im März 2006 verkaufte. Nichtsdestoweniger trägt dieser große Industrielle eine schwere Verantwortung ... Für Forgeard und seine Umgebung sind diese moralischen Erwägungen definitiv aus der Mode … Dieser Schützling Jacques Chiracs hat gezeigt, dass er sich wenig um das Interesse des Landes scherte, dem er doch dienen sollte.”

“Diese Angelegenheit wird die Diskussion über die Stock-Options wieder in Gang bringen … Aber diese Affäre wird auch andere Folgen haben. Das Misstrauen der Bürger gegenüber den “Chefs” und dem Staat - sowieso bereits ein französisches Übel - wird zunehmen. In diesem Zusammenhang kann man sich nicht vorstellen, dass die Regierung bestimmte Delikte, die von den Unternehmenschefs begangen worden sind, ungestraft lässt, wie sie es vorhatte. Trotz allem gibt es zwei Gründe zur Freude: Die Finanzaufsicht scheint diesmal entschlossen zu sein, sich durchzusetzen, und der erste Airbus 380 wird geliefert. Mit zwei Jahren Verspätung - zwei schrecklichen Jahren für das Symbol des industriellen Europas.”

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