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Neumann empfängt Restitutionskommissionen für NS-Raubkunst

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat die französische und die deutsche Restitutionskommission für NS-Raubkunst in Berlin empfangen.

Sie beraten über die Rückgabe von Kulturgütern und Kunstwerken, die
aufgrund nationalsozialistischer Verfolgung ihren rechtmäßigen Eigentümern
geraubt oder entzogen worden sind. Neumann sagt: “Diese Anstrengungen sind ein wichtiger, friedensstiftender Beitrag zur Wiedergutmachung und Versöhnung... Ich verstehe es als besonderes Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit, dass die französische Kommission die heutige Beratung der deutschen Restitutionskommission begleitet.”

Vom 10. bis 12. Juni 2008 besuchen die Mitglieder der französischen “Commission pour l’indemnisation des victimes de spoliations intervenues du fait deslégislations antisémites en vigueur pendant l’Occupation” (CIVS) die “Beratende Kommission” in Berlin und nehmen an deren heutiger Sitzung teil.

Die CIVS wurde 1999 auf Empfehlung eines Untersuchungsausschusses zur historischen Aufarbeitung der Okkupationszeit gegründet. Sie befasst sich mit Anträgen zur Entschädigung entzogenen Privateigentums, zu dem auch Kunstgegenstände gehören.

Auf deutscher Seite setzt sich die 2003 vom BKM, KMK und kommunalen Spitzenverbänden eingerichtete “Beratende Kommission zur Restitution von NS-Raubkunst” unter Leitung von Jutta Limbach in umstrittenen Rückgabefällen als Mediatorin für einen fairen und gerechten Interessenausgleich ein.

Auf der Grundlage der “Washingtoner Erklärung” von 1998 hat sich die
Bundesregierung seit 2007 mit verschiedenen Maßnahmen für eine Verbesserung der Provenienzforschung und der Restitution von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut eingesetzt. Dazu gehört die Überarbeitung der so genannten “Handreichung” als Orientierungshilfe für deutsche Museen, Bibliotheken und Archive. Außerdem wurden die “Arbeitsstelle Provenienzrecherche/-forschung” und ein Fachbeirat bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg
eingerichtet.

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