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Frankreichs Schiffbauer rücken zusammen

Der Militärelektronik-Konzern Thales hat am Dienstag 25 Prozent der Marinewerft DCN bekommen. Die DCN gehörte bislang vollständig dem französischen Staat. Dafür erhält sie die Marine-Elektronik von Thales. Thales muss dem Staat angeblich 100 bis 150 Millionen Euro zahlen.

Frankreich will seit langem beide Firmen mit deutschen Werften wie Thyssen Nordseewerke in Emden, Blohm & Voss in Hamburg sowie der Kieler HDW (U-Boote) verschmelzen und so eine “maritime EADS” erzeugen. Doch die Bundesregierung will dies nicht, weil sie befürchtet, dass die produktiveren deutschen Werften dann untergehen würden. Vor allem die DCN hätte viel zu viele Beschäftigte, befürchten die Deutschen.

Das jetzige Zusammenrücken geschehe in der Perspektive der Schaffung einer europäischen Marinezentrums, in der DCN eine aktive Rolle spiele, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Firmen und des Pariser Verteidigungsministeriums. Innerhalb der nächsten zwei jahre darf Thales seine Anteil an DCN auf 35 Prozent erweitern. Die DCN-Beschäfigten und die Gewerkschaften sind gegen die Teil-Privatisierung.
DCN und Thales studieren gemeinsam gerade die Möglichkeit, einen zweiten französischen Flugzeugträger zu bauen.

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