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Wussten Sie schon?

paulwieandt.jpgDass der jüngst verstorbene ehemalige Chef der Bank für Gemeinwirtschaft  (BfG) Paul Wieandt (Foto) einen engen Bezug zu Frankreich hatte? Er habe dafür gesorgt, dass die angeschlagene Bank Anfang der 90er Jahre einen französischen Großaktionär bekommen habe, schrieb die Nachfolgefirma SEB Bank in ihrer Traueranzeige im Handelsblatt.

Dies war damals der staatliche Crédit Lyonnais (CL). Wieandt berichtete später einmal dem Autor dieser Zeilen über die Schwierigkeiten der deutsch-französischen Zusammenabeit: Der CL habe ihn einmal zu einer Vorstandssitzung nach Paris eingeladen. Wieandt habe gezweifelt, ob er kommen sollte, denn sein Französisch sei nicht so stark gewesen. Doch man habe ihm zugesichert, die Sitzung finde dann eben auf Englisch statt.

Aber natürlich wurde dann tatsächlich nur Französisch in Paris gesprochen. Wieandt griff schließlich mitten in der Sitzung zu einer deutschen Tageszeitung und begann demonstrativ “Die Welt” zu lesen. Empört wurde er gefragt, was das solle. “Ich verstehe nicht genug Französisch und niemand spricht hier Englisch. Also versuche ich, meinen Tag hier noch sinnvoll zu verbringen”, sei seine Antwort gewesen.
Die Börsenzeitung schrieb, die Chemie zwischen Wieandt und der Führung des Crédit Lyonnais habe plötzlich nicht mehr gestimmt, nachdem lange Zeit Harmonie geherrscht habe. 1997 ließ sich Wieandt mit 61 vorzeitig pensionieren; drei Monate später äußerte der mittlerweile in argen Schwierigkeiten befindliche CL seine Verkaufsabsicht der BfG. Sie ging an die Schweden der SEB.
Die Börsenzeitung schrieb gleichwohl weiter, der Pfälzer Wieandt sei frankophil gewesen, habe zu Anfang seiner Karriere als Anwalt in Paris gearbeitet und seine Doktorarbeit 1968 über “Bewegliche Sachen als Objekte der Kreditsicherung im französischen Recht” geschrieben.

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