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Was Frankreich gegen das Doping tut

sante.gifAnlässlich des neuen deutschen Gesetzes gegen das Doping ist es sinnvoll, den Blick nach Frankreich zu wenden, dem Land der Tour de France. 1998 kam es dort zu einem Doping-Skandal mit Festnahmen während der Tour. Die Fahrer traten kurzzeitig in den Streik, weil sie keine Verbrecher seien, wie sie sagten.

In der Folge verschäfte die damalige kommunistische Sportministerin Marie-George Buffet die gesetzlichen Bestimmungen. Seitdem versucht der französische Staat vorzugehen. Die Ausgaben im Kampf gegen das Doping stiegen seit 1997 von 5,64 Millionen Euro auf 22,24 Millionen Euro, wie die Botschaft in Berlin berichtet.

Das ermöglichte die Einrichtung eines nationalen Kontrollprogramms sowie die Verstärkung der Kontrollen und der Verfeinerung der Analysemethoden, die Ausweitung der Forschung über leistungsstimulierende Substanzen und deren Entdeckung, die starke Ausweitung von angemeldeten und unangemeldeten Urinproben bei Wettkämpfen, die Unterstützung der Sportverbände bei der medizinischen Betreuung von Leistungssportlern und der medizinischen Begleitung bei Wettkämpfen.

Zukletzte wurden 2006 die Bestimmungen verschärft. intensiviert. Es wurde eine neue unabhängige Verwaltungsbehörde geschaffen, die französische Agentur zum Kampf gegen Doping (Agence Française de lutte contre le Dopage, AFLD). Sie ist damit beauftragt, auf die Wirksamkeit der Dopingbekämpfung zu achten. Beratungsstellen für Sportler, die gedopt haben, wurden auch eingerichtet. (Antennes Médicales de Prévention et de Lutte contre le Dopage).

Außerdem drohen allen, die mit Dopingprodukten handeln und bei der Beschaffung behilflich sind, hohe Strafen. Sie können bis zu sieben Jahre Haftstrafe und 150.000 Euro Bußgeld betragen, falls die Taten in organisierten Gruppen und beim Umgang mit Minderjährigen begangen werden.

Andernfalls beträgt das Höchstmaß fünf Jahre Freiheitsentzug und 75.000 Euro Geldstrafe. Es können noch zusätzliche Strafen verhängt werden: das Schließen sportlicher Einrichtungen, in denen der Handel mit Dopingprodukten stattgefunden hat oder beispielsweise ein Berufsverbot für den Beschaffer.

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http://www.botschaft-frankreich.de/

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